Oldenburg - Über wenige Themen wird öffentlich so viel diskutiert wie über gesunde Ernährung. „Doch diese Kommunikation ist häufig fehlgeleitet und reicht von medialer Skandalisierung bis zu unseriösen Heilsversprechen in den digitalen Netzwerken“, kritisiert Dr. Thomas Ellrott, Leiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Niedersachsen. Um neue Herausforderungen in der Ernährungskommunikation ging es daher am Sonnabend auf einer Fachtagung von DGE und Ärztekammer im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch mit rund 100 Teilnehmern.

„Das stetig wachsende Informationsangebot verunsichert viele Verbraucher und macht Fortbildungen wie diese so wichtig“, sagt Hanna Boklage, Leiterin der Oldenburger DGE-Geschäftsstelle. Auf die wachsende Orientierungslosigkeit müssten gerade die Fachstellen und Organisationen Antworten finden. „Häufig läuft die Diskussion an den Experten vorbei, wir haben es aber auch versäumt, uns entsprechend einzubringen“, bemerkt Ellrott und rät zur Vorsicht bei ungeprüften Ernährungs- und Gesundheitstipps aus dem Internet. Als Beispiel nannte der Mediziner eine im Netz kursierende wissenschaftlich nicht haltbare Anti-Krebs-Diät, die mehr schade als nütze. Solche Heilsversprechen führten nicht selten zu einer gefährlichen Selbstmedikation. Die zunehmende mediale Skandalisierung erschwere es den Verbrauchern außerdem, wirkliche Gefahren durch Lebensmittel wie etwa bei EHEC von weniger beunruhigenden Bagatellen zu unterscheiden.

Das Vertrauen in die Fachleute und ihre Organisationen will auch Boklage stärken, die das Ernährungsforum aufgrund ihres baldigen Ruhestands zum letzten Mal leitete. So baut der Kreis der Ernährungsexperten in Oldenburg und Weser-Ems eine Internetpräsenz auf, um stärker wahrgenommen zu werden.