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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ratgeber: Was tun, wenn die Werkstatt pfuscht?

25.02.2017

Im Nordwesten Es ist eine unangenehme Situation: Man bringt seinen Wagen in die Werkstatt, holt ihn ab, und stellt später fest, dass Reparaturen nicht richtig ausgeführt wurden – im schlimmsten Fall droht gar ein Motorschaden, etwa bei mangelhaften Arbeiten am Zahnriemen. Doch wie reagieren Betroffene richtig und welche Rechte haben sie? Die NWZ hat nachgefragt und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was können Betroffene tun?

Wer keine Rechtsschutzversicherung hat, dem empfiehlt der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC), bei Streitigkeiten mit der Reparaturwerkstatt zunächst eine gütliche Einigung herbeizuführen. Schlägt dieser Einigungsversuch fehl, kann die Schiedsstelle für das Kfz-Handwerk angerufen werden (siehe Infobox). Die Schiedsstelle versucht eine außergerichtliche Einigung zwischen Werkstatt und Kunden herbeizuführen. Sie kann allerdings nur dann tätig werden, wenn die Werkstatt der Innung des Kfz-Handwerks angehört. Seit dem 1. Februar 2017 müssen Kfz-Betriebe ihre Kunden darüber informieren, ob sie an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilnehmen.

Die Kostenordnung ist öffentlich zugänglich (siehe Infobox), sagt Annabel Brückmann vom Automobil-Club Verkehr (ACV). Sollte die Schiedsstelle nicht zuständig sein oder sollte das Verfahren zur Unzufriedenheit des Werkstattkunden verlaufen, könnten immer noch rechtliche Schritte gegen die Werkstatt eingeleitet werden, erklärt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Wenn ein Sachverständiger hinzugezogen werden soll, sollte die Werkstatt schriftlich darauf hingewiesen werden, gegebenenfalls unter Fristsetzung zur Mängelbeseitigung, um die Kosten von der Werkstatt erstattet zu bekommen, erklärt Sabine Oppen-Schröder von der Verbraucherzentrale Beratungsstelle Oldenburg. Zudem sollten vorher die Kosten des Sachverständigen erfragt werden.

Bei der Nutzung einer Rechtsschutzversicherung sei zu beachten, dass Versicherungen von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen können, sobald der Kunde mehr als zwei Schadensfälle über die Rechtsschutzversicherung regulieren ließ, erklärt Oppen-Schröder. Wer ein geringes Einkommen habe, könne sich auch Beratungs- und Prozesskostenhilfe über das Amtsgericht holen, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Was sollte man sonst noch beachten?

Grundsätzlich sollte man sich vor der Reparatur immer einen Kostenvoranschlag geben lassen, um die Arbeitsleistung, verbaute Teile etc. nach der Reparatur überprüfen zu können, sagt Annabel Brückmann vom ACV. Wenn die Werkstatt die vorhandenen Mängel nicht wie im Auftrag vereinbart behoben hat, sollte der Betroffene zunächst die Möglichkeit der zweimaligen Nachbesserung einräumen. Diese im juristischen Jargon genannte Fristsetzung zur Nacherfüllung muss der Betroffene schriftlich per Post oder E-Mail an die Werkstatt richten und eine unverzügliche Nachbesserung fordern, erklärt der ACV.

Erst wenn die Werkstatt zweimaligen Nachbesserungsversuchen nicht nachkomme, em­pfiehlt der ACV einen alternativen Kostenvoranschlag einzuholen und sich parallel an die Schiedsstelle oder die Verbraucherschlichtungsstelle zu wenden. Die Verbraucherzentrale rät dazu, im Falle eines Mangels einen Termin in der Werkstatt zu vereinbaren, bei dem man dabei sein kann. „Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag geben, möglichst schriftlich oder mit Zeuge“, erklärt Oppen-Schröder. Die errechneten Kosten dürften maximal um zehn bis 20 Prozent überschritten werden, in Einzelfällen auch um 25 Prozent.

Wenn ein Auftrag zur Reparatur eines Kfz erteilt wird, schuldet die Werkstatt dem Kunden die rechtzeitige mangelfreie Herstellung des Werkes, sie schuldet den Erfolg (§§ 631, 633 Abs. 1 BGB), ansonsten entstehe kein Anspruch auf Vergütung. Die Beweislast für die Mängelfreiheit des Kfz trage der Unternehmer, heißt es vonseiten der Verbraucherzentrale. Wird bei einer In­spektion oder Reparatur festgestellt, dass bestimmte Kfz-Teile demnächst oder sofort ausgetauscht werden müssen, müsse die Werkstatt darauf hinweisen, erklärt Oppen-Schröder. Tue sie das nicht, hafte sie für eventuelle Folgen in vollem Umfang auf Schadenersatz. Kunden sollten sich zu Beweiszwecken sämtliche ersetzte Teile herausgeben lassen. Unternehmer könnten sich nicht wirksam darauf berufen, ersetzte Teile seien gemäß der Kfz-Reparaturbedingungen ihr Eigentum geworden, erklärt die Verbraucherzentrale.

Wenn die Werkstatt nicht nachbessern möchte?

Weigert sich der Unternehmer, die wiederholte Reparatur als Nachbesserung anzusehen, und verlangt er Zahlung, sollten Verbraucher dies ablehnen und auf ihr Zurückbehaltungsrecht verweisen. Der Nacherfüllungsanspruch gibt dem Besteller ein Zurückbehaltungsrecht gegen den Vergütungsanspruch des Unternehmers (§ 641 Abs. 3 BGB). Er kann die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Wo sich Betroffene melden können

Die Handwerkskammer Oldenburg unterhält zwei Schlichtungsstellen für Werkstattkunden Die Kfz-Schlichtungsstelle ist für Kunden von Mitgliedern der Kfz-Innung. Für andere Kunden steht die Streitschlichtungsstelle der Handwerkskammer zur Verfügung. Kontakt: 0441/23 22 08

Die Verbraucherzentrale Beratungsstelle Oldenburg (Julius-Mosen-Platz 5) bietet montags und donnerstags, 10 bis 18 Uhr, und dienstags, 10 bis 14 Uhr, eine außergerichtliche Rechtsberatung (kostenpflichtig) an. Terminvergabe und Info unterTelefon 0511/91 19 60

Auch Automobilclubs bieten meist Rechtsberatung an, vorausgesetzt man ist rechtsschutzversichert.

Ob sich eine Klage lohnt, lässt sich mithilfe eines Prozesskostenrechners, der die Schadenssumme den möglichen Gerichtskosten gegenüberstellt, abwägen.

Weitere nützliche Links:

Kostenordnung Schlichtung

Kfz-Schiedsstellen

    www.hwk-oldenburg.de

Lohnt es sich, einen Gutachter zu bestellen?

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, zunächst eine schriftliche Aufforderung an den Werkunternehmer zu richten, der darlegen soll, weshalb er eine Bezahlung für die zweite „Reparatur“ verlangt. Die Verbraucherzentrale weist auch darauf hin, dass Betroffene meist nicht ohne fachmännische Beratung in erforderlichem Umfang darauf erwidern können, so dass ein Sachverständigengutachten erforderlich werde.

Der ADAC weist darauf hin, dass die Kosten oft nicht abschätzbar seien und die Verwertbarkeit eines Gutachtens in einem Prozess nicht sichergestellt sei. Ob sich gar ein Verfahren lohne, hänge von der Schadenshöhe in Relation zu möglichen Prozesskosten ab (siehe Infobox), teilt der ACV mit. War der Verbraucher zwischenzeitlich in einer anderen Werkstatt, muss er auch darlegen und beweisen, dass der vom Zweitunternehmer beseitigte Fehler identisch mit dem ursprünglichen Defekt war und nicht durch den zwischenzeitlichen Gebrauch des Fahrzeugs entstanden ist, erklärt die Verbraucherzentrale.

Wie arbeitet eine Schlichtungsstelle?

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Der Kfz-Schlichtungsstelle gehören je ein Vertreter des Tüv, der Deutschen Automobiltreuhand (DAT), des ADAC, der Kfz-Innungen im Kammerbezirk sowie der Handwerkskammer Oldenburg an, erklärt Torsten Heidemann von der Handwerkskammer Oldenburg. Zunächst gibt es ein schriftliches Vorverfahren, in dem oftmals der Fall schon geklärt werde.

Falls nicht, schließt sich im zweiten Schritt eine Verhandlung an einem „runden Tisch“ an. Die Schiedssprüche der Kommission sind für die Werkstätten bindend, sagt Heidemann. Bei der Kfz-Schlichtungsstelle besteht die Möglichkeit eines kostenlosen Streitschlichtungsverfahrens. Die allgemeine Streitschlichtungsstelle der Handwerkskammer kann dagegen nur tätig werden, wenn die Werkstatt einwilligt. Auch hier sind Anträge schriftlich zu stellen.

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Sabrina Wendt Redakteurin / Gesamtleitung Ostfriesland
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