Oldenburg - Die Entscheidung zur Zukunft der Cäcilienbrücke ist beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) gefallen, damit zufrieden geben mögen sich viele Oldenburger indes noch nicht. Das zeigte sich auf einer Infoveranstaltung im Schulzentrum Osternburg, bei der das Amt seinen Plan für eine Rekonstruktion verteidigte.
Mit dabei waren auch alle drei an der Untersuchung beteiligten Ingenieurbüros. Hans-Günter Schippke (Dr. Schippke + Partner) referierte über die Bauschritte sowie die Vor- und Nachteile sowohl der 1:1-Rekonstruktion und des Gegenvorschlags der Architekten und Ingenieure Gregor Angelis, Heino Brick und Günter Baak (kurz ABB-Variante).
Schippke hob die Risiken und Unwägbarkeiten einer Sanierung hervor, da man den Zustand vieler Bereiche erst im Zuge der Arbeiten sehe.
Auch die Kalkulation machte er zum Thema. Laut WSA-Rechnung sind bei einer Rekonstruktion 5,8 Millionen, bei einer Sanierung 7,7 Millionen nötig. Die ABB-Gruppe dagegen kommt für ihre Variante auf 4,7 Millionen Euro. Diese Diskrepanzen, die vor allem bei den Kosten für die Gründung entstehen, sind für Schippke allerdings erklärbar mit teilweise unterschiedlichen Ansätzen und nicht unvereinbar. Eine auch an diesem Abend häufig geforderte Kostenschätzung durch eine unabhängige dritte Partei lehnte Schippke ab.
Torsten Stengel, Leiter des WSA Bremen, verwies auf den Zwang, die wirtschaftlichste Variante auszuwählen. „Die Bundeshaushaltsordnung ist knallhart.“ Über die Nutzungsdauer von 80 Jahren sei die ABB-Variante aus seiner Sicht um rund ein Drittel teurer (17 Millionen gegenüber 13 Millionen Euro), so Rüdiger Oltmanns vom WSA.
Gregor Angelis wandte sich gegen eine Rekonstruktion. „Allein der Erhalt eines Bildes kann nicht der Maßstab sein.“ Es gehe um den Erhalt des Originals. Heino Brick hat alles noch einmal durchgerechnet und kommt auf ähnliche Kosten für beide Varianten. Er sagte: „Ich sehe keinen relevanten technischen oder wirtschaftlichen Grund, die Brücke nicht zu erhalten.“
Es gab auch Gegenstimmen. Ein Anwohner der Cäcilienbrücke forderte einen Neubau: „Ich will eine funktionale und verlässliche Brücke“. Ein anderer Besucher verwies darauf, dass beim Ersetzen der Antriebstechnik das technische Denkmal nur noch eine leere Hülle sei. Der Antrieb bei einer Sanierung könne auch lauter sein, so Schippke. Uwe Lauterbach, Vorsitzender des Bürgervereins Osternburg-Dammtor, unterstrich unterdes die Forderung nach einem Erhalt. Es gehe um ein Stadtbild prägendes Kulturdenkmal.
