Hatten/Werkendamm - Schöne Anerkennung ihrer Arbeit in den vergangenen Jahren: Die Büffelfarm Hatten wird im kommenden Frühjahr 20 Wasserbüffel in die Niederlande liefern.
„Es ist absolut beeindruckend zu sehen, was der Natur- und Landschaftsschutz in Holland mit verschiedenen Projekten in seinem Land erschaffen hat.“ So lautet das Resümee des Präsidenten des „Internationalen Förderverbandes zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger“ (IFWL), Peter Biel, nach seiner Rückkehr von einer zweitägigen Exkursion nach Hatten.
600 Hektar Lebensraum
Gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Dr. René Krawczynski und weiteren Präsidiumsmitgliedern des Verbandes folgte er einer Einladung der Projektleiter Roeland Vermeulen und Esther Linnartz von der „True Nature Foundation“ (TNF) nach Werkendam, um hier am Noordwaard Polder den erstmaligen Einsatz von Wasserbüffeln in einem über 600 Hektar großen Überschwemmungsgebiet zu besprechen. Die TNF ist ein pan-europäisches Naturschutzinstitut in den Niederlanden mit dem Schwerpunkt, die ökologische Wiederherstellung und Entwicklung von Schutzgebieten einschließlich praktischer Maßnahmen für die Erhaltung der Artenvielfalt und Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung zu bewirken.
Die Besucher aus Deutschland hatten Gelegenheit, diese Fläche zu besichtigen, bevor sie nächste Woche mit Wasser aus dem Rheindelta geflutet wird. Zusätzlich zu den zunächst 20 Wasserbüffeln, die die Büffelfarm Hatten im Frühjahr 2016 liefert, werden hier in halbwilder Haltung Konikpferde und Schottische Hochlandrinder zur Landschaftspflege eingesetzt.
Neben dem Projekt Noordwark wurde auch das 5600 Hektar große Naturentwicklungsgebiet Oostvaardersplassen unweit von Amsterdam besucht. Auf diesem künstlich angelegten Land entstand das größte Tiefland-Riedmoorgebiet Mitteleuropas mit einer großen Anzahl brütender, ziehender, ruhender und überwinternder Vogelarten. Hier werden zur Beweidung neben Graugänsen auch Rothirsche, Koniks und Heckrinder eingesetzt.
Wisente in Sanddünen
In Zusammenarbeit des Wasserversorgungsunternehmens Nord-Holland (PWN), der ARK-Naturentwicklung und dem Critical Forest Management, Gesellschaft für Dünenschutz und freier Natur, werden Wisente auf einer über 200 Hektar großen Sanddünenfläche im National Park Zuid Kennemerland bei Kraansvlak eingesetzt, die abschließend besucht wurden.
Vereinbart wurde mit den niederländischen Naturschutzexperten eine weitere enge Zusammenarbeit. So haben Roeland Vermeulen von TNF und Bart Beekers von ARK ihre Teilnahme an der kommenden IFWL-Jahrestagung vom 25. bis 27. September in Loxstedt bei Bremerhaven zugesagt, um ihre Projekte vorzustellen und deutsche Wasserbüffel-Projekte kennenzulernen.
Am Mittwoch erfolgte noch die Inspektion des Naturdenkmals Rackelsberg in Sandhatten, dessen Entwicklung wissenschaftlich begleitet wird. Hier konnte der vom Aussterben bedrohte Kurzflügelkäfer Emus hirtus auch in diesem Jahr wieder in großer Zahl nachgewiesen werden, was den Käferexperten Bartosz Lysakowski besonders beeindruckte.
