WEHNEN - Unter dem Motto „Augenblick verweile doch . . . “ haben sich in den vergangenen zwei Wochen viele Menschen in der Karl-Jaspers-Klinik (KJK) von der Werkschule Oldenburg zu einer Mitmach-Kunstaktion verlocken lassen. Die Werkschule war mit Keramikkünstlern in einem Zelt zu Gast in der KJK. Die Besucher beschrifteten Tontafeln, die Ende Oktober als Kunstwerk auf dem Gelände der Klinik installiert werden sollen.
Ein mit allen erforderlichen Materialien und Werkzeugen ausgestattetes Zelt stand mitten im Gelände und lud zum Mitmachen ein. Faltblätter mit Fragen stimmten auf die Aktion ein: Was fällt Ihnen ein, wenn sie den Satz hören: „Augenblick verweile doch...“? Denken Sie an besondere Momente? Schweben Verse an Ihnen vorbei? Möchten Sie tief durchatmen – oder kommt Ihnen sofort die gleichnamige Biografie von Boris Becker in den Sinn?"
Tönerne Schrifttafeln, verbunden zu einer keramischen Installation, waren das Ziel des Kunstprojektes, an dem Mitarbeiter, Besucher, Patientinnen und Patienten der Karl-Jaspers-Klinik wie auch Spaziergänger und Anwohner mitarbeiteten. Die anleitenden Künstler der Werkschule, Christa Lingenau, Hartwig Witte und Beate Anneken, waren in diesem Projekt in besonderer Weise gefordert. Ihre Aufgabe lag vor allem darin, das Publikum anzusprechen, es zum Mitmachen zu animieren und Impulse zu geben. Wer wollte, konnte selbst zu Ton, Stift und Werkzeug greifen. Die Beteiligung war lebhaft. Nicht nur Patienten und Besucher machten mit, auch Mitarbeiter, Anwohner und Spaziergänger fühlten sich angesprochen, wobei die Beiträge unterschiedlicher nicht sein konnten. Wo dem einen Besucher ein fröhliches „Wochenend und Sonnenschein“ einfiel, weitere Akteure von dem Verweilen in der Stille in der Natur schwärmten oder sich nach dem Erkennen alltäglicher besonderer Augenblicke sehnten, erzählte ein
anderer von der Erfahrung jenes einzigartigen Momentes höchster Gelassenheit, als er sich während eines Verkehrsunfalls in Todesgefahr befand, auf Rettung wartend, aber ohne Angst.
Geschäftsführer Axel Weber: „Dass die Werkschule mit der Klinik zusammenarbeitet, hat eine gute Tradition, die wir gerne weiterführen. Diese künstlerische Betätigung ist sehr wichtig für die Menschen.“ Die gebrannten Schrifttafeln werden in Metallrahmen eingehängt, die von der Werkschule entworfen und mit großem Engagement von der Technischen Abteilung der Karl-Jaspers-Klinik gefertigt wurden. Zu sehen ist die fertige Arbeit Ende Oktober. In der Klinik wird sie ihren festen Ort finden.
