WEHNEN - Im Landkreis Ammerland gibt es seit kurzem eine „Welpenklappe“. Die Mitglieder des Vereins „Welpenklappe Ammerland“, der Anfang des Jahres in Wehnen gegründet worden war, möchte mit diesem Angebot vermeiden, dass junge Hunde, die nicht mehr artgerecht gehalten werden können, ausgesetzt werden. Die Idee für ein solches Projekt „Welpenklappe“ hatte der Wehner Ernst Wolf. 30 Jahre lang hat er Hunde gezüchtet und betreibt jetzt in seinem Privathaus am Wehnerfelder Weg 5 eine Hundepension.
Ein einschneidendes Erlebnis hatte er, als Unbekannte einen Hund in seinem Garten ausgesetzt hatten. Darauf entwickelte er die Idee von der „Welpenklappe“. Mit seinen Vorstellungen stieß er im Ammerland und in Oldenburg bei anderen Tierfreunden schnell auf offene Ohren. Gemeinsam wurde ein Verein gegründet, um dem Projekt auch rechtlich einen entsprechenden Rahmen zu geben.
Der Verein wolle, so betont der Oldenburger Tierarzt Dr. Johannes Broers, nicht in Konkurrenz zu den Tierschutzvereinen im Ammerland und Oldenburg treten. Vielmehr werde mit diesem Angebot eine Lücke geschlossen. Geplant sei auch nicht, die abgegebenen Hunde zu veräußern. Die Vierbeiner sollen – entsprechend den Grundlagen der Tierschutzvereine – an interessierte Tierliebhaber abgegeben werden.
Bevor sich der Verein „Welpenklappe“ nannte, hatte sich die 2. Vorsitzende des Vereins, Andrea Peters aus Ofen, erkundigt, ob die Wortkonstruktion auch ethisch verträglich sei. Ihr wurde von Mitarbeitern eines Krankenhauses erklärt, dass dagegen nichts einzuwenden sei.
Das Angebot der „Welpenklappe“ richtet sich an Ammerländer und Oldenburger. Abgegeben werden können junge Hunde, die nicht (mehr) artgerecht gehalten werden können. Die Tiere werden in einem etwa 20 Quadratmeter großen, beheizten Raum gehalten, gepflegt und betreut. Die Tiere sollen, so die 1. Vorsitzende Ursula Wilbrand aus Ofen, möglichst schnell weitervermittelt werden. Mit der Welpenklappe solle erreicht werden, dass Hundewelpen nicht einfach ausgesetzt oder getötet werden, sondern ein gutes Zuhause erhalten. Die Welpen – sie sollten höchstens bis zu drei Monate alt sein – können zu jeder Tages- und Nachtzeit am Wehnerfelder Weg 5 abgegeben werden. Der dafür vorgesehene Kasten ist gut isoliert und wird mit einer Anlage versehen sein, die das Ehepaar Ernst und Gertrud Wolf darauf aufmerksam machen wird, wenn ein Hund dort hinein gegeben wurde.
Einrichten will der Ammerländer Verein auch eine „Welpenschule“. Hundebesitzer lernen hier Grundlagen des Hundeverhaltens kennen und die Welpen das Einmaleins der Hundeerziehung. Die Welpenschule soll im nächsten Jahr eröffnet werden.
