Jever/Ghana - 1000 Hühner sichern inzwischen den Lebensunterhalt von Celina Yelpoe und ihrer Familie, vier Angestellte kann sie bezahlen. Ihre Kinder schickt sie in die Schule, denn Bildung kostet in Ghana Geld. Für zwei weitere Kinder aus der Nachbarschaft zahlt sie das Schulgeld. „Opportunity changed my life“ – „Opportunity hat mein Leben verändert“, sagte Celina Yelpoe bei der Infoveranstaltung der Stiftung im evangelischen Gemeindehaus in Jever.

Die 39-Jährige ist gemeinsam mit ihrem Kreditbetreuer Moses Lambon zum ersten Mal zu Gast in Deutschland, um von ihrer Geschichte zu erzählen. Mehrere Wochen lang reisen die Beiden durch die Bundesrepublik und in die Schweiz.

Von der Stiftung Opportunity International hat sie mehrere Kleinkredite von insgesamt 1125 Euro bekommen, mit denen sie zunächst ihr Geschäft erweitern konnte – sie verkaufte Produkte des täglichen Bedarfs. 2007 stieg sie auf die Geflügelzucht um. Den Kredit zahlt sie gewissenhaft zurück. „Mit meinem Einkommen bin ich jetzt unabhängig, mir wird viel Respekt entgegengebracht und ich ermutige andere Frauen in Ghana, ebenfalls Unternehmen zu gründen“, erzählt sie.

„Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Menschen in Ghana aus der Armut zu helfen“, sagt Moses Lambon, Kreditbetreuer der Opportunity-Partnerorganisation Sinapi Aba Trust.

Lambon erklärt, wie die so genannten Vertrauensbanken funktionieren: Fünf bis 20 Personen – meist Frauen, weil sie verlässlicher sind und das Wohl der Familie mehr im Blick haben – schließen sich zu Vertrauensbanken zusammen, um Kleinkredite zu bekommen. So bauen sie ihre Existenz auf, die Gruppe bürgt füreinander. Die Rückzahlungsquote liegt laut Kai Becker von Opportunity zurzeit bei rund 97 Prozent.


Kreditbetreuer beraten die Kreditnehmer bei geschäftlichen Vorhaben und Problemen, schulen sie in Grundlagen der Betriebsführung, sorgen für den Abschluss einer Krankenversicherung und unterrichten sie in Fragen der Lebensführung und Hygiene.

Die Arbeit von Opportunity findet in Weser-Ems und speziell in Jever seit Jahren Unterstützung. Rund um die Unternehmer Jochen Ewald und Dr. Karl Harms sowie Pastor Rüdiger Möllenberg bildete sich ein Freundeskreis von Opportunity, der erfolgreich Spenden eingeworben hat. Im Nordwesten wurden dafür bislang rund 543 674 Euro gespendet. Während der Veranstaltung kamen weitere 5500 Euro zum Aufbau von kleinen Genossenschaftsbanken hinzu, unter anderem vom Eine-Welt-Kreis Jever.