Rodenkirchen - Einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro pro Tier wird der Tierseuchenfonds Wesermarsch bei einer Ausmerzung von BHV1-Reagenten gewähren, um bei der Bekämpfung der BHV1-Infektion weiter voran zu kommen. Dabei handelt es sich um eine spezifische Viruserkrankung von Rindern.
Die Beihilfezahlungen erfolgen ab 2013, wie Vorsitzende Peter Cornelius während der Jahreshauptversammlung in der Markthalle in Rodenkirchen mitteilte.
Durch Impf- und Ausmerzungsmaßnahmen konnte die Zahl der Reagenten in Niedersachsen in den vergangenen Jahren halbiert werden und liegt jetzt unter einem Prozent des Gesamtbestandes. Auch in der Wesermarsch zeigt die BHV1-Kurve deutlich nach unten.
Nach Angaben von Veterinärin Dr. Jasmin Schmedt auf der Günne vom Zweckverband Jade-Weser sind 2011 nur noch 802 Reagenten in 35 von 725 Betrieben entdeckt worden. In einigen Bundesländern wie Bayern sei die Sanierung soweit abgeschlossen, dass dort ein Schutzstatus eingerichtet worden sei, der unter anderem zu Handelsbeschränkungen für Rinder aus Niedersachsen führt.
Niedersachsen strebe ebenfalls das Ende der BHV1-Sanierung an und plane etwa ein Weideaustriebsverbot und ein Verbringungsverbot für Reagenten ab 2014, machte Veterinär Dr. Norbert Heising vom Zweckverband deutlich. Eine solche Verordnungsänderung bringe in Gründlandbereichen wie der Wesermarsch allerdings erhebliche Probleme für die Betriebe, da einige von ihnen dann unwirtschaftlich würden.
Infektionsrisiko
Allerdings nehme das Infektionsrisiko dann für alle Betriebe stark ab, wenngleich eine Ansteckung nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden könne.
Auch Übertragungswege von Mensch/Gerätschaften zum Tier seien jederzeit möglich. Norbert Heising kündigte zudem an, dass in Zukunft über den Antibiotika-Einsatz bei Masttieren eine detaillierte Meldung gemacht werden müsse.
Dr. Asmus Erichsen wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine ordentliche Diagnostik und anschließende gezielte Antibiotika-Abgabe besser seien, um Medikamente nicht unnötig zu verabreichen und damit Resistenzen zu provozieren. „Auch in der Bevölkerung wird das positiv wahrgenommen“, meinte der praktizierende Tierarzt.
Nach den Berichten und der Wahl der beiden Revisoren Carsten Meiners und Volker Wefer hielt Berater Dirk Albers von der Feldversuchsstation für Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen Vortrag über die Zusammenhänge von Grundfutterqualität und Tiergesundheit bei Milchkühen.
Die heutigen schwarzbunten Milchkühe seien in der Lage, 9 000 Liter Milch pro Jahr zu geben. Sie stellten hohe Ansprüche an die Nährstoffdichte im Futter, das zum Großteil aus dem Grundfutter wie Gras- und Maissilagen stammen müsse.
Auch Hygiene wichtig
Aber auch Hygiene sei wichtig. Krankmachende Bakterien oder Schimmelpilze könnten unter bestimmten Bedingungen Stoffwechselprodukte bilden, die sich im Futter anreichern können und somit zur Gefährdung der Tiergesundheit beitrügen.
Auch wenn viele dieser Mikroorganismen natürliche Bewohner des Bodens oder der Nutzpflanzen seien, müsse es nicht zu einer Beeinträchtigung der Futterqualität kommen. So seien etwa bei der Ernte, der Futterlagerung im Silo, der Verfütterung im Stall oder bei der Ausbringung der Gülle bestimmte Anforderungen zu erfüllen.
Mit zahlreiche Tipps und Empfehlungen zur richtigen Fütterung der Hochleistungstiere endete der Vortrag für die Landwirte.
