Rastede/Varel - Wo in der Vorwoche noch ein großer Berg Schwellen an der Bahnstrecke bei Rastede-Liethe lag, ist am Montag ein roter Teppich ausgerollt, über den Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer schreitet. Und während draußen ein eisiger Wind am roten Teppich und den Zeltwänden zerrt, verbreiten drinnen Heizstrahler warme Luft.
Unter den vielen Gästen der feierlichen Einweihung am Bahnübergang in Rastede-Liethe ist auch Rastedes Bürgermeister Dieter von Essen. Er begrüße es, dass die Strecke nun zumindest schon einmal zweigleisig ausgebaut worden sei. „Jetzt hoffen wir auf einen weiteren zügigen Ausbau der Lärmschutzwände, insbesondere im Bereich Neusüdende“, sagt er auf Anfrage.
„Schöner Auftakt“
Inzwischen hat Verkehrsminister Ramsauer die kleine Bühne betreten und genießt den Rummel sichtlich. Was gibt es Schöneres, als hier seine Arbeitswoche zu beginnen, fragt Raumsauer mit bayerischem Dialekt. Aus Südostoberbayern, ganz unten rechts auf der Landkarte, so der Minister, der heute weißes Hemd und blaue Krawatte trägt, komme er nun in den fast äußersten Nordwesten.
Der Grund für seinen Besuch sei allerdings nicht nur die Inbetriebnahme eines „relativ kurzen Stückes Zweigleisigkeit“. Fünf Kilometer sind es zwischen Rastede und Hahn, sieben Kilometer zwischen Jaderberg und Varel. „Es geht um viel mehr“, sagt Ramsauer und verweist auf die Bedeutung des Jade-Weser-Ports sowie der Wasser- und Schienenstraßen.
Auch wenn nun die Inbetriebnahme der Zweigleisigkeit gefeiert werden kann, seien noch viele Arbeiten zu erledigen. „Wir müssen weiter hart arbeiten an den Lärmschutzmaßnahmen“, betont Ramsauer – ohne konkret zu sagen, um welche Bereiche es vorrangig geht.
Arbeiten für Lärmschutz
Neun Kilometer neue Lärmschutzwände seien bisher errichtet worden, berichtet anschließend Johann Lünemann von der DB Netz AG. Bis Anfang 2014 sollen weitere rund 26 Kilometer folgen. Sie sollen bis 2013 errichtet werden, und zwar südlich von Rastede, nördlich von Varel und zwischen Hahn und Jaderberg. Rund um die Bahnstrecke wird auch im kommenden Jahr Geduld nötig sein. Nicht nur, wenn mal wieder ein Bahnübergang gesperrt werden muss. Das scheint auch die Bahn zu wissen und dankt in der aktuellen Presseinformation den Anwohnern der Strecke sowie den betroffenen Grundstückseigentümern für ihr Verständnis für die notwendigen Beeinträchtigungen während der abgeschlossenen und noch anstehenden Bauarbeiten. Für das Gesamtprojekt mit der Streckenertüchtigung und der Elektrifizierung sind Kosten in Höhe von 557 Millionen Euro veranschlagt, von denen der Bund 505 Millionen und die Bahn 52 Millionen Euro trägt.
