Oldenburg - Der rote Pullover im Schrank war immer super gemütlich, aber schon seit ein paar Jahren ist er einfach zu klein. Das kennt fast jeder. Der erste Gedanke: Ab in einen Sack und dann direkt in den Altkleidercontainer. Bloß welchen Menschen ist mit der Spende geholfen? Bei der monatlichen Kleidertauschbörse im Repair-Café der Werkschule e.V. (Rosenstraße 41) weiß man oft direkt, wem man eine Freude macht.
Im Repair-Café werden beispielsweise Haushaltsgeräte oder Fahrräder kostenlos von ehrenamtlichen Mitarbeitern repariert, so auch am Wochenende. Menschen, die Kleidung aussortiert haben und anderen damit eine Freude machen möchten, sind hier immer willkommen. Man bringt seine gut erhaltenen „alten“ Sachen, bekommt dafür „neue“ und tut gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes.
„Es darf jeder kommen und so viele Kleidungsstücke mit nach Hause nehmen, wie er möchte. Es gibt aber keine Pflicht, im Gegenzug etwas zu bringen“, erklärt Magdalena Boinski von Greenpeace. Die Organisation ist zum vierten Mal dabei. Der Tausch-Gedanke spielt die wichtigste Rolle – Denn er steht für Nachhaltigkeit. „Wir möchten dazu beitragen, den Konsum etwas zu entschleunigen. Es muss nicht immer alles neu sein“, so die 32-Jährige.
Dieser Gedankte entspricht dem Grundsatz aller Repair-Cafés. Sie stehen für Müllvermeidung, Nachhaltigkeit und Wertschätzung. Zur Produktion einer einzigen neuen Jeans werden rund 8000 Liter Wasser benötigt. Zudem werden oftmals massenweise Chemikalien eingesetzt, um etwa die modischen Waschungen zu erzeugen. „Dem wollen wir einfach ein kleines bisschen entgegenwirken“, sagt Boinski.
Eine schöne Idee sind dabei die „Konsum-Botschaften“: Dabei handelt es sich um kleine Nachrichten, die vor der Abgabe an die Kleidung geheftet werden können. Ein kleiner Vermerk was das schönste Erlebnis des ehemaligen Besitzers mit dem Kleidungsstück war, wird bestimmt jedem Tauschfreudigen ein kleines Schmunzeln aufs Gesicht zaubern.
Im zweiten Obergeschoss des Repair-Cafés ist eine Näh-Station zu finden. „Wenn sich die Leute Kleidung aussuchen die nicht zu 100 Prozent passt, können sie nach oben zur Näh-Station gehen. Da sitzen Leute, die gerne bei der einen oder anderen Änderung helfen“, sagt Magdalena Boinski.
Auf den Tischen der Kleidertauschbörse sind einige Schätze verborgen. Von Markenkleidung über schicke Kleider bis hin zu ausgefallenen Stücken ist hier alles zu finden.
Bei ruhiger Hintergrundmusik und mit dem Duft von Kaffee in der Luft wird also fleißig getauscht. Ein Kleidungsstück nach dem anderen wechselt den Besitzer. Vielleicht findet auch der rote, kuschelige Pullover aus dem Kleiderschrank bald auf diesem Wege einen neuen Besitzer.
Die nächste Kleidertauschbörse findet am Samstag, 1. April, von 14 bis 18 Uhr im Repair-Café in der Werkschule, Rosenstraße 41, statt.
