Augsburg/Oldenburg - Nach der Weltbild-Insolvenz schließt das Unternehmen nahezu jede vierte der bislang 220 Filialen. Insgesamt 293 der rund 1300 Mitarbeiter in den Buchhandlungen werden ihre Jobs verlieren. Im Juli sollen die ersten 24 Weltbild-Geschäfte dicht machen. Letztlich würden 53 Filialen geschlossen, teilte die Weltbild-Insolvenzverwaltung am Montag mit.

Wie aus einer am Montag veröffentlichten Liste hervorgeht, ist im Nordwesten die Filiale in Oldenburg (Lange Straße 51) eine von den 24 Standorten, die von der Schließung im Juli betroffen sind. Nicht auf der Liste stehen die Filialen in Cloppenburg, Leer, Emden und Wilhelmshaven. Ob eine oder mehrere dieser Filialen aus dem Nordwesten zu den 29 Standorten gehören, die zum Jahresende dicht machen, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Trotz der Schließungen äußerte sich die Arbeitnehmervertretung zufrieden. Julia Käding, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG, erinnerte daran, dass in den vergangenen Wochen ein weitaus größerer Kahlschlag befürchtet wurde: „Es standen spekulativ 100 Filialen im Raum.“

Sie lobte, dass der Sozialplan für die ausscheidenden Mitarbeiter für eine Insolvenz sehr gut sei. Zudem bleibe Weltbild mit seinen Geschäften bundesweit präsent. „Dem Gesamtbetriebsrat war es wichtig, dass ein flächendeckendes Filialnetz erhalten bleibt“, betonte Käding.

Weltbild betreibt die Geschäfte unter den Markennamen „Weltbild“ und „Jokers“. Nach den Plänen werden 179 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft wechseln. Die Beschäftigten werden weiterqualifiziert und erhalten maximal ein Jahr lang bis zu 100 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts. Zudem verlieren 114 auf 450-Euro-Basis angestellte Mitarbeiter ihre Arbeit. Diese geringfügig Beschäftigten erhalten eine Abfindung.


Die bislang der katholischen Kirche gehörende Verlagsgruppe Weltbild hatte im Januar Insolvenz angemeldet.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft