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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Experte: Davos-Treffen ohne Trump muss auf Dialog setzen

19.01.2019

Davos (dpa) - Nach der Absage von US-Präsident Donald Trump für das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos setzt ein langjähriger Beobachter darauf, dass den Inhalten der Tagung mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Einzelne Reden von Politikern sind nicht das Hauptaugenmerk in Davos. Vielmehr steht der Dialog zwischen Wirtschaft, Finanzwelt und Politik oder zwischen einzelnen Staaten im Mittelpunkt", sagte der Verwaltungsratschef der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), Hans-Paul Bürkner. "Hier werden die Weichen gestellt, wie die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit adressiert werden sollen.

Trump hatte seine Teilnahme an dem viertägigen Treffen im Schweizer Alpenort Davos mit Verweis auf den Haushaltsstreit mit den Demokraten abgesagt. Auch eine US-Delegation verzichtet deswegen auf ihre geplante Reise. Die Tagung beginnt an diesem Dienstag (22. Januar).

"Die Botschaft muss sein, dass nationale Alleingänge in einer globalisierten Welt keinen Erfolg bringen und nur eine grenzübergreifende Zusammenarbeit Chancen besitzt, die drängendsten Probleme in den Griff zu bekommen", sagte Bürkner der Deutschen Presse-Agentur. Er war bereits 15 Mal bei dem Treffen in den Schweizer Alpen dabei. "Hier kommen alle relevanten Spieler der Weltwirtschaft zusammen, um gemeinsam an Lösungen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit zu arbeiten", sagte er.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premierministerin Theresa May hatten ihre Teilnahme ebenfalls abgesagt. "Davos ist und bleibt ein Gipfeltreffen von großer Bedeutung, vor allem in Hinblick auf zukunftsweisende Themen wie internationaler Handel und Globalisierung, Digitalisierung, Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt, Umweltschutz oder natürlich auch Migration", betonte Bürkner.

In diesem Jahr werden mehr als 3000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Davos erwartet. Auf der Rednerliste stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Brasiliens neuer Staatschef Jair Bolsonaro und Chinas Vizepräsident Wang Qishan.

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