Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Bilanz Wem schmeckt der Sommer?

Robert Otto

Ganderkesee - Endlich ist er da: der Sommer. Für viele war das Wetter der vergangenen Wochen zu kühl und vor allem zu regnerisch. Schuld an den dicken Wolken über Ganderkesee waren Tinke, Ursula und Viktoria: Die Tiefdruckgebiete, die in der vorigen Woche der Bundesrepublik wechselhaftes Sommerwetter bescherten. Doch wo es Verlierer gibt, muss es auch Gewinner geben. Wem also schmeckt dieser Sommer?

Kurzfristige Reisen

Wenn, wie in der vergangenen Woche, dicke Regentropfen auf die Gehwege klatschen, freut sich Angelika Römer. Sie selbst hätte nach eigener Aussage zwar lieber Sonnenschein von „Mai bis September“, ihrem Geschäft kommt ein mit Wolken verhangener Himmel jedoch gerade Recht. „Uns geht es wunderbar mit dem Wetter“, sagt die Besitzerin des Reisebüros am Markt in Ganderkesee.

Über die wiedergekehrte Sonne beschwert sie sich jedoch auch nicht: „Es ist bereits alles sehr gut ausgebucht.“ Sogenannte Last-Minute-Angebote gebe es nicht mehr. „Teilweise zahlt man für einen kurzfristig gebuchten Urlaub sogar mehr“, so Römer. Trotzdem könne sie noch Reisen vermitteln: „Irgendetwas geht immer.“

Zufrieden mit dem wechselhaften Sommerwetter ist auch Sabine Kämena von Müllers Wurstdiele. „Wirklich schlimm wäre es nur, wenn drei Wochen am Stück 30 Grad wären – der absolute Albtraum. Dann isst keiner mehr Fleisch“, sagt sie. Die Bestellungen für Feiern und Veranstaltungen seien sowieso da, ist das Wetter so wie jetzt besser, kommen auch die „Spontan-Griller“. Lädt das Klima durchgehend zum Grillen ein, hätten die Kunden irgendwann keine Lust mehr auf Würstchen vom Rost.

Die klassischen Verlierer bei niedrigen Temperaturen sind die Freibäder – sollte man zumindest denken. „Ganz klar: Bisher gab es keinen richtigen Sommer“, sagt Edgar Sauer, Betriebsleiter der Aquapark Management GmbH, zuständig für Freibad und Saunahuus. Grundsätzlich sei man allerdings zufrieden, die Besucherzahlen des Vorjahres wurden erreicht. „Das Konzept Sauna und Freibad greift“, so Sauer. Je nach Wetterlage gingen die Leute entweder baden oder schwitzen. Sauer hofft dennoch auf ein bisschen mehr Sonne. „Das wäre gut für uns.“ Bleibt es so wie jetzt, dürfte das Bad an Besuchern zulegen.


Keine Laufkundschaft

Auch Noelle Haddad dürfte sich in den vergangenen Tagen beim Blick auf ihr Thermometer gefreut haben. „Ich will mich generell nicht beschweren. Es läuft eigentlich ganz gut, aber es könnte viel besser sein“, sagt sie. Seit mehr als zwölf Jahren verkauft Haddad Eis in Ganderkesee. Zuerst in der Mühlenstraße, jetzt in der Bergedorfer Straße. Wechselhaftes Wetter schadet ihrem Geschäft.

„Ich dachte, schon der letzte Sommer wäre schlecht gewesen, aber dieser ist noch schlimmer.“ An den wenigen warmen Tagen sei der Laden voll gewesen, an Pfingsten habe sie ein Rekordergebnis verzeichnet, so Haddad. „Wer Eis essen will, der kommt zu mir“, sagt sie. Bei schlechter Witterung blieben jedoch selbst die Stammkunden weg. Laufkundschaft gibt es an der Bergedorfer Straße wenig, bei Regen verirrt sich fast niemand spontan in die Eisdiele. „Die schönen Tage konnte man fast an einer Hand abzählen“, so Haddad. Umso besser für sie, dass er jetzt doch noch da ist: der Sommer.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham