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Reise „Rad auch schon mal geschoben“

Claus Stölting

WEMKENDORF - Mit 50 Stundenkilometern eine gute halbe Stunde bergab sausen zu können, das löst dann Begeisterung aus, wenn man dabei auf einem Fahrrad sitzt – und kaum Autos auf den Straßen fahren. Eckart Tardeck ist immer noch begeistert, wenn er davon erzählt. Der 73-jährige Wemkendorfer hat sich dieses Erlebnis im vergangenen Herbst gegönnt, auf Taiwan. Drei Wochen lang hat er die Insel vor dem chinesischen Festland im West-Pazifik mit dem Fahrrad erkundet, hat auf dem nur 394 Kilometer langen Eiland 750 Fahrradkilometer abgeleistet. Er sagt: „Eine Tour, die ich nur empfehlen kann – auch wenn ich bei besonders steilen Anfahrten das Rad schon mal schieben musste.“

Radfahren gewöhnt

Tardeck ist das Radfahren gewöhnt. Ein Auto hat er gar nicht – und würde sich auch nur eines kaufen, wenn ein Elektroauto eine Reichweite von zumindest 150 Kilometern hätte. So erledigt das ADFC-Mitglied zu Hause auch seine Einkäufe per Drahtesel. Einen Unterschied hat Tardeck da auf Taiwan bezüglich der Qualität von Radwegen ausgemacht, „die wesentlich besser als in Wiefelstede und durchaus denen in den Niederlanden vergleichbar sind“. Gemeinsam mit seiner Tochter Dominique hatte Tardeck die Reise nach Taiwan über die Firma „China-by-Bike“ aus Berlin gebucht – außerhalb der Saison und bei Temperaturen von tagsüber bis 30 Grad „und nachts auch schon mal Frost“. Gemeinsam mit 12 anderen Radbegeisterten aus Deutschland legten sie in den drei Wochen täglich um die 40 bis 70 Kilometer zurück und erlebten unabhängig von den schönen Erfahrungen beim teils auch sehr anstrengenden Radeln in den Bergen ein sehr Radfahrer-freundliches Taiwan. „An Polizeidienststellen gab es auch eine Servicestation mit Werk- und Flickzeug für Radler, ebenso an manchen Supermärkten“, ist Tardeck noch heute begeistert auch von dem vorzüglichen Zustand der Straßen und Radwege.

Freundliche Menschen

„Ich habe es vorher auch noch nie erlebt, dass ich mein Fahrrad durch die Lobby eines Vier-Sterne-Hotels schieben kann“, sagt der gebürtige Jeveraner, der im Berufsleben im diplomatischen Dienst unter anderem im Tschad, in Südafrika, Syrien, Marokko, Norwegen, Indien, Dubai, Russland, Tadschikistan, Usbekistan oder Namibia tätig war und so viel gesehen hat von der Welt.

Beeindruckt haben den Wemkendorfer auf Taiwan auch das viele Grün und die freundlichen Menschen. Das hat er nach seiner Rückkehr bereits auch in zwei Vorträgen beim ADFC und bei der evangelischen Kirchengemeinde Wiefelstede berichtet.

Nach insgesamt zwei Monaten, in denen Tardeck auch noch Burma und Thailand besuchte, ist der Wemkendorfer nun wieder mit seinem Liegerad im Ammerland unterwegs. Und liebäugelt bereits mit einer weiteren Radtour in China oder in Tibet.

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