Sangerhausen/Hannover - Der angeschlagene Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen verschafft sich mit einem Immobilienverkauf frisches Geld. Das Unternehmen, an dem der einstige Gründer des Finanzdienstleisters AWD (Hannover), Multimillionär Carsten Maschmeyer wesentlich beteiligt ist, werde ein Betriebsgrundstück für 5,7 Millionen Euro an den Kreis Mansfeld-Südharz verkaufen und das Gelände anschließend mieten, teilten die Mitteldeutschen Fahrradwerke AG (Mifa) mit.

Zudem holte das börsennotierte Unternehmen mit 770 Mitarbeitern einen weiteren Sanierer an Bord. Vorstandschef Peter Wicht habe sein Amt mit sofortiger Wirkung aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Als neues Vorstandsmitglied berief der Aufsichtsrat den Sanierer Stefan Weniger. Vor einem Monat war bereits der Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Barth als Finanzvorstand berufen worden. Damals waren Fehler in der Rechnungsführung entdeckt worden.

Statt des erwarteten steigenden Gewinns muss für das vergangene Jahr nun voraussichtlich ein Verlust von 15 Millionen Euro ausgewiesen werden. Auch die Prognose für 2014 wurde gekippt.

Großaktionär Maschmeyer ließ über eine Sprecherin ausrichten, er stehe weiterhin zu dem Unternehmen und glaube fest an die Zukunft. Maschmeyer ist seit 2011 an der Firma beteiligt, zusammen mit seiner Familie und seiner Investmentfirma ist er der größte Einzelaktionär.

Mifa-Sprecher Henryk Deter erklärte, die Finanzierung des laufenden Geschäfts sei gesichert. Man arbeite weiterhin an der Partnerschaft mit dem weltgrößten Fahrradhersteller Hero Cycles aus Indien. Zudem gebe es Gespräche mit den Gläubigern einer Anleihe.