Oldenburg - Rund 280 Hebammen aus ganz Niedersachsen trafen sich am Mittwoch in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg, um sich unter dem Motto „Gemeinsam – Zusammen“ auszutauschen. Alle zwei Jahre findet die Landestagung vom Hebammenverband Niedersachsen an einem anderen Ort statt.

Schwerpunktthemen waren in diesem Jahr berufsrechtliche Fragen, Geburtshilfe, die aktuelle Entwicklung einer flächendeckenden Versorgung sowie die Nachwuchsförderung – denn es gebe mehr Bewerber auf zu wenig Ausbildungsstellen, sagte Veronika Bujny, 1. Vorsitzende des Hebammenverbandes Niedersachsen.

Zudem berichtete Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands, von einer Mangelversorgung im ländlichen Bereich beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern und berief sich dabei auf eine IGES-Studie, die das Bundesministerium für Gesundheit 2012 in Auftrag gegeben hatte. Auch in großen Städten wie Frankfurt breche die Versorgung ein, da Mieten für die Hebammen zu teuer und die Wege von außerhalb zu weit seien.

In Niedersachsen sei die Situation ähnlich, sagt Bujny. „Auf dem Land schließen Kliniken. Mütter müssen weiter fahren.“ In einigen Regionen wie dem Heidekreis sei die Versorgung schwierig. „Das ist auch in einigen Städten angekommen“, sagte Bujny.

So gebe es in Oldenburg nicht genügend Hebammen, sagt Hilke Schauland, Kreisvorsitzende der Oldenburger Hebammenschaft. An diesem Donnerstag werden nun in einem vierten Gespräch mit der Hebammenschaft und dem Arbeitskreis der Stadt Oldenburg Lösungsansätze dafür gesucht, eher eine flächendeckende Hebammenversorgung zu gewährleisten, sagte Schauland. „Wir unterstützen gerne die Hebammen, können sie aber nicht vollständig bezahlen“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg Wiebke Oncken. Denn hier müssen die Kassen auch weiterhin in die Pflicht genommen werden.


Zudem müsse gesellschaftlich etwas getan werden für die Wertschätzung des Berufs, sagte Oncken. Das sei mehr als medizinische Versorgung, sondern viel psychologische Beratung, sagte Brigitte Salisch, 2. Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen. Während in den 70er und 80er Jahren die Frauen zur Geburt sieben bis 14 Tage in der Klinik untergebracht und versorgt wurden, seien es jetzt nur zwei bis fünf. „Die Betreuung findet draußen statt“, sagte Salesch. Deshalb steige der Bedarf an Hebammen.