Friesland/Jever - Landwirtschaft, Tourismus, Soziales – wenig geht mehr ohne Gelder der Europäischen Gemeinschaft (EU), auch in Friesland. Künftig sollen bei der Vergabe von Fördergeldern vor allem Projekte der interkommunalen Zusammenarbeit und mit Alleinstellungsmerkmal unterstützt werden.

Aus Sicht der Niedersächsischen Staatssekretärin, Birgit Honé, ist die Region in dieser Hinsicht gut aufgestellt: Die Jade-Bay GmbH, der Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port, das Krankenhaus Sanderbusch und vieles mehr – „alles gute Beispiele für Projekte interkommunaler Zusammenarbeit“, sagt Honé.

Der Besuch der Politikerin erfolgte auf Einladung von Frieslands Landrat Sven Ambrosy. Der ist kürzlich als Honés Stellvertreter in den Regionalausschuss der EU berufen worden (die NWZ  berichtete). Über diesen können die Kommunen unmittelbar Einfluss auf die politische Willensbildung innerhalb der EU nehmen. In der Staatskanzlei in Hannover ist Honé zudem für den Bereich Europa und regionale Landesentwicklung zuständig.

Stationen ihres Besuches waren unter anderem das Nordwest-Krankenhaus, das Ausbildungs- und Technologiezentrum, die Grenzkontrollstation am Jade-Port und das Schloss Jever. Ziel des Aufenthaltes war es auch, Informationen zu sammeln über künftige Fördermöglichkeiten der EU.

Denn sicher ist: „Förderung etwa für den Bereich Tourismus wird es wie bisher von der EU bald nicht mehr geben“, sagt Honé. So werde das Budget des Fonds im Wirtschafts- und Sozialbereich für die kommende Förderperiode von 2014 bis 2020 nur noch 940 Millionen Euro für Niedersachsen betragen. In der vorherigen Periode seien es 1,8 Milliarden Euro gewesen.


Der Grund: die EU will weniger Kleinstförderung betreiben, lieber sollen sich nachhaltig auf regionale Strukturen auswirkende Projekte interkommunaler Zusammenarbeit unterstützt werden. Für die Regionen Chance und Risiko zugleich. Wer Ideen und Innovationen präsentieren kann, der kann auch in Zukunft von Fördermitteln profitieren. Die Leistungen der Fonds sollen künftig besser vernetzt werden, dies sei das erklärte Ziel der EU, sagt Honé.

„Ohne die Mittel der EU geht heute kaum etwas“, sagte Sven Ambrosy. Die Union sei ein einmaliges Friedensprojekt – auch daran müsse bei aller Kritik stets erinnert werden. „Keiner mag sich vorstellen, was eine Finanzkrise wie die aktuelle noch vor einigen Jahrzehnten ausgelöst hätte.