Hude/Wüsting/Altmoorhausen - Sieben Kindertagesstätten gibt es in der Gemeinde Hude. In Hude sind es fünf, in Wüsting und in Altmoorhausen jeweils eine. Insgesamt stehen 524 Kindergartenplätze und 133 Krippenplätze zur Verfügung. Diese Zahlen nannte Fachbereichsleiterin Ramona Dahms im Ausschuss für Jugend, Sport, Soziales und Sicherheit. Wie die NWZ berichtete, ging es in der Sitzung um den zusätzlichen Bedarf an Kindergartenplätzen in Wüsting. Durch das schnelle Aufstellen eines Holzrahmenbaus als Übergangslösung, anstelle eines Containers, sollen in Wüsting bis zum August 18 zusätzliche Plätze entstehen.
Dann müsste es eigentlich reichen, alle Elternwünsche für das neue Kindergartenjahr zu berücksichtigen, hieß es von Seiten der Verwaltung. Es sei äußerst schwierig, das Angebot auf die erwartete Nachfrage auszurichten, so Bürgermeister Holger Lebedinzew. Gerade bei Krippenkindern, die ab Vollendung des 1. Lebensjahres einen Rechtsanspruch haben, gebe es eine „sehr kurze Vorwarnzeit“. Lebedinzew gab zu Bedenken, dass die Gemeinde auf die finanzielle Seite achten müsse und nicht zu viele Plätze auf Vorrat schaffen könne, die dann möglicherweise nicht benötigt würden.
Nicht so vollstopfen
Es schade nicht, einen gewissen Puffer zu haben, um die Gruppen nicht so vollstopfen zu müssen, meinte dazu Anke Jacobs, Leiterin des ev. Kindergartens Regenbogeninsel. Jacobs erinnerte daran, dass die Kindergärten auch einen Bildungsauftrag hätten. Es gehe nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität, sagte auch Michael Grashorn (Grüne). Er sieht Bedarf auf Nachbesserung, auch was Elternbedürfnisse und flexible Betreuungszeiten angeht.
In Sachen Flexibilität macht die Gemeinde ab dem neuen Kindergartenjahr einen Rückschritt. Das seit 2008 praktizierte flexible Buchungssystem für Sonderdienste, die über die regulären Betreuungszeiten hinausgehen, soll eingestellt werden.
Bislang können Eltern neben der festen Buchung von Sonderdiensten alternativ mit einer Stempelkarte (KiGa-Card) ganz individuell Kinder früher bringen oder später abholen (innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeiten). Erfasst und abgerechnet werden nur tatsächlich genutzte Zeiten. Derzeit nutzen laut Verwaltung Eltern von 83 Kindern die KiGa-Card, insbesondere für Krippenkinder.
Die Verwaltung hat vorgeschlagen, das flexible Buchungssystem einzustellen. Zum einen wird angeführt, dass das flexible System Eltern zwar Freiräume schaffe, bei den Kindern bis zu einem gewissen Grad aber Unsicherheit erzeuge, weil sie oft nicht wüssten, wann sie abgeholt würden. Verlässlichkeit sei aber wichtig für die Kleinen.
Hoher Aufwand
Der andere Grund zur Abschaffung der KiGa-Card ist, dass die erforderliche Hard- und Software abgängig ist. Auch sind die Geräte nicht kompatibel zu Rechnern im Rathaus, so dass vieles von Hand erledigt werden muss.
Die Verwaltung möchte wegen des hohen Aufwandes auf die KiGa-Card verzichten. Sonderdienste blieben, müssten aber von den Eltern verbindlich festgelegt werden. Das finden nicht alle gut. Die Ausschussmitglieder gaben der Verwaltung denn auch mit auf den Weg, nach einem anderen Buchungssystem Ausschau zu halten, welches einfacher zu handhaben sei.
