Hannover - Vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei Mitte April rechnet die niedersächsische Wirtschaft mit einem Abschwung des Handels mit dem Partnerland. Nach dem Exportrekord 2016 stellen sich die Firmen für 2018 auf Schwierigkeiten ein. „Es ist nicht so, dass die Wirtschaft in der Türkei total eingebrochen ist, aber ich rechne damit, dass wir im nächsten Jahr einen deutlichen Rückgang haben werden“, sagte Tilman Brunner für die niedersächsischen Industrie- und Handelskammern.
Seine Höchstmarke mit einem Warenwert von 2,15 Milliarden Euro erreichte der niedersächsische Export in die Türkei in 2016. Im Jahr davor waren es noch 1,9 Milliarden Euro, 2012 gar erst 1,3 Milliarden Euro. Besonders gefragt sind Kraftfahrzeuge und deren Teile. Maschinen und Anlagenteile folgen auf Platz zwei. 2016 sei die Türkei für Niedersachsen das Exportland Nummer 13 gewesen.
Angesichts der Schwäche der türkischen Wirtschaft sei der bisher starke Export in das Land fast verwunderlich, sagte Brunner. Die schwierige politische Lage werde sich wohl in diesem Jahr noch nicht negativ auswirken. „Das ist ein gewisser Bremseffekt, wie beim Panzer“, sagte er.
