Ganderkesee - Erst eine Orientierungsrunde drehen – und dann gezielt ausgewählte Stände besuchen. Christopher, André und Lukas wussten recht genau, wie sie am Donnerstag bei der Berufsinformationsmesse (BIM) 2014 in der neuen Steinacker-Halle vorgehen wollten. Doch schon gegenüber der Eingangstür lockte die Landessparkasse (LzO) mit einem simulierten Einstellungstest – den sich die drei Zehntklässler des Gymnasiums Ganderkesee natürlich nicht entgehen ließen. Was zeigte: Die Messe hatte nicht nur Informations-, sie hatte auch hohen Unterhaltungswert.

Eines unterschied diese 17. Ausgabe der BIM ganz augenfällig von ihren Vorgängern: die Resonanz. Üblicherweise kämen etwa 1800 bis 2000 Besucher, sagte Rolf Stiening, Vorsitzender des Vereins Zwaig (der die Messe veranstaltet). Diesmal seien es wohl 1000 gewesen, schätzte Zwaig-Kassenwart Norbert Klüh.

Erstmals, so erklärten Stiening und Klüh die Hintergründe, habe man die Börse wegen der späten Ferientermine schon im Juni veranstaltet – womit es im laufenden Schuljahr zwei Börsen gab. Zweitens hatten neun der etwa 25 teilnehmenden Schulen es den Jugendlichen selbst überlassen, zu kommen oder nicht.

Weil der Andrang geringer war, ergaben sich allerdings deutlich bessere Möglichkeiten zu intensiven Gesprächen. Und: Im Vergleich zu früheren Jahren, so schilderte Klüh seine Eindrücke, würden die Ausbildungs- und Bildungsangebote immer professioneller vorgestellt. Da werde zum Beispiel nicht am Stand gewartet, da gehe man auf die jungen Gäste zu.

53 Aussteller informierten in und vor der Halle sowie im Nebengebäude über ihre Angebote – Unternehmen, Verbände, Schulen, auch Universitäten oder Freiwilligendienste. Am Stand von Starofit sei schon eine Bewerbung für 2015 abgegeben worden, freute sich Starofit-Azubi Felix Hünecken.

Ganz unterschiedlich hatten sich die jungen Besucher vorbereitet. Ein Beispiel: Die 15-jährige Ardijana und Elsa, 16, aus Wildeshausen kamen mit einem Fragebogen. „Im Bereich Pflege“ wollte sich Ardijana näher informieren, am Stand der Berufsbildenden Schulen gab die 17-Jährige Hanna, selbst Schülerin, bereitwillig Auskunft.


Keinen Beratungsbedarf hatte an diesem Tage Thore (15) aus Wildeshausen. Landwirt will er werden, mit seinen Eltern habe er sich vor zwei Wochen bei einer Berufsmesse in Vechta informiert. Das Ergebnis brachte Egbert Kruse am Stand der Landwirtschaftskammer ins Staunen: Thore kannte nicht nur die Prospekte – sondern wusste sogar, wer da auf dem groß gezogenen Bild des Standes bei der Arbeit im Kuhstall zu sehen war: „Das da ist Vanessa.“