Friesoythe/Sedelsberg - Die Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen trat am 13. November 2011 in Kraft (die NWZ berichtete). Aktuell rechnen die Tierheime des Deutschen Tierschutzbundes nach Angaben des Vereins vermehrt mit Katzenbabys, den „Maikätzchen“.
Die NWZ hat im Tierheim Sedelsberg und bei der Tierärztin und 2. Vorsitzenden des Tierschutzvereins Friesoythe, Dr. Veronika Tholen, nachgefragt, wie bekannt die Verordnung mittlerweile ist und ob es tatsächlich mehr Katzenbabys gibt.
„Man kann nur immer wieder an die Besitzer appellieren, die Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen“, sagt Mitarbeiterin Kerstin Lüttmann. Sie könne sich ein Nicht-Handeln nur durch Unwissenheit, Desinteresse oder den Kostenfaktor erklären.
„Momentan haben wir zehn Katzenbabys“, berichtet die Tierpflegerin. Auch würden etliche Menschen anrufen, die Katzenmütter mit Babys gefunden hätten. Das Problem bei deren Aufnahme sei der Stress, der dabei für das Tier entstehe. „Die Katzen sind es gewohnt, frei zu leben“, erklärt die Tierpflegerin.
Tierärztin Veronika Tholen kann auf Nachfrage der NWZ keine Zunahme der Kastrationen in ihrer Praxis bestätigen. Dennoch gebe es immer weniger Katzen, die aufgefunden werden und nicht kastriert sind, gibt Tholen Auskunft. „Das Aufkommen ist weniger geworden.“
Die Tierärztin mahnt ausdrücklich, fremde Katzen zu füttern. Dadurch werde man automatisch auch zum Halter. Außerdem würde es durch die Fütterung frei laufender, nicht kastrierter Katzen häufiger zur Vermehrung kommen, so Tholen. „Ein Kreislauf entsteht“, erklärt Lüttmann.
