Dötlingen - „Es tut sich was auf dem Lopshof ... endlich.“ Freude und Erleichterung waren Margrit Haselei, Geschäftsführerin der Norle, und Melanie Wanscheid, Leiterin des Familienentlastenden Dienstes, am Mittwoch deutlich anzumerken, als sie über die neue Nutzung des seit einem halben Jahr leerstehenden Lopshof-Cafés berichteten. Der Gastronomiebetrieb, der mehr als sieben Jahre als Vorbild in Sachen Inklusion galt und in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung arbeiteten, hatte sich nicht wirtschaftlichen führen lassen.
Sehr gut genutzt wird hingegen der Familienentlastende Dienst (FeD) im Lopshof, der – inklusive Aushilfen – 20 Mitarbeiter zählt. Also lag es nahe, dieses Angebot auszubauen, ohne die Räumlichkeiten groß umbauen zu müssen.
Im Rahmen des FeD bietet die Norle bislang vor allem Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen sowie Erwachsenen mit Pflege- und/oder Betreuungsbedarf sowohl stunden-, tage- und wochenweise eine individuelle Versorgung an.
Dieses gerade am Wochenende und zu Ferienzeiten gut genutzte Angebot soll nun auch unter der Woche weiter belebt werden. „Wir denken dabei besonders an ältere Menschen, deren Angehörige vielleicht zu einer Familienfeier oder abends ins Kino möchten und für ein paar Stunden oder mehr Entlastung brauchen“, erläutert Wanscheid.
„Wir sind offen für alles und helfen auch in Notsituationen, wenn zum Beispiel ein pflegender Angehöriger plötzlich ins Krankenhaus muss“, ergänzt Haselei. Im bisherigen Gesellschaftsraum gebe es – ergänzend zum Begegnungsbereich im Café – zudem einen Rückzugsort, in dem künftig Betten zwecks Übernachtung aufgestellt werden.
„Gerne beraten wir die Angehörigen auch bei der Finanzierung und helfen bei Anträgen gegenüber Behörden, Pflegekassen etc.“, betont Haselei. „Und wenn jemand nicht zu uns kommen möchte oder kann, gehen wir stundenweise auch in die häusliche Betreuung“, führt Wanscheid weiter aus.
Synergieeffekte sehen sie und Haselei auch in der Tatsache, dass der Lopshof nach der Schließung des Cafés weiter vom gleichnamigen Verein genutzt wird. „Zum Beispiel passt das beliebte Volksliedsingen sehr gut in unser Konzept des Begegnungsraums“, sagt Wanscheid.
Gebucht werden kann das neue Angebot, das noch vom Landkreis formell abgesegnet werden muss, ab sofort.
