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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wenn das Siegtor den Anleger erfreut

26.04.2007

FRANKFURT /DORTMUND Fußballaktien gelten als Anlageform mit Risiko. Die Aktie von Borussia Dortmund ist die einzige in Deutschland.

Von Sven Appel FRANKFURT/DORTMUND - Als Dortmunds Tinga seinen Club gegen die Bayern mit 3:2 in Führung brachte, rieb sich so mancher Zuschauer die Hände. Denn für Besitzer der BVB-Aktie ist so ein Ereignis Grund genug, sich auf einen Kursgewinn zu freuen. Aber dass sich der Aktienkurs vor allem am Tabellenstand orientiert, ist für Fußballfans unter den Anlegern Fluch und Segen zugleich.

Ein Fußballclub wird auch von den Finanzprofis an der Börse vor allem nach seinem sportlichen Erfolg beurteilt. Das ist einerseits logisch: Sportlicher Erfolg zieht mehr Fans an. Je mehr Leute die Spiele einer bestimmten Mannschaft sehen wollen, desto mehr kann der Club mit TV-Rechten verdienen, und das wiederum erhöht die Attraktivität des Clubs für Werbepartner.

Dieses Phänomen kennt auch Stefan Ludwig, Senior Manager Sport Business bei der Unternehmensberatung Deloitte in München. Ludwig hat beobachtet, dass die Aktien manchmal schon steigen, wenn die sportliche Situation eine positive Prognose für die kommende Saison erlaubt: Wenn zum Beispiel die Qualifikation für die Champions Liga geschafft ist, ziehe der Kurs oft kurzfristig an.

„Dann werden Gewinne mitgenommen“, sagt Ludwig. Und obwohl die neue Saison noch gar nicht begonnen hat, geht der Kurs anschließend möglicherweise wieder runter. Was bedeutet das für den Anleger? „Der Blick auf die Tabelle genügt nicht.“ Andere Faktoren sind für die Bewertung eines Fußball-Unternehmens – und nichts anderes sind börsennotierte Clubs – mindestens ebenso wichtig. Es ist zum Beispiel relevant, ob der Club sich neben dem Fußball weitere Einnahmequellen schafft. Ein Club mit eigenem Stadion kann seine Arena etwa für Popkonzerte vermieten.

„Letztlich muss ein Fußballclub wie jede andere Aktiengesellschaft bewertet werden“, erklärt Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt. Man müsse sich das Ertragspotenzial ansehen – und dazu zähle die Aussicht auf den langfristigen sportlichen Erfolg.

Für Anleger sind Erfolgsgeschichten derzeit aber nicht auszumachen. Die Fondsmanager der Deka-Bank in Frankfurt zum Beispiel lassen die Kicker-Papiere links liegen. „Diese Aktien haben ein hohes Risiko und versprechen wenig Rendite“, erläutert Sprecher Markus Rosenberg. Außerdem ist es den Experten nicht geheuer, dass Entscheidungen im Vereinsfußball nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden. „Da spielen verstärkt auch gesellschaftliche und politische Aspekte eine Rolle.“ Der Börsengang eines Fußballvereins kann aber durchaus auch gute Seiten haben: Der Club erhält neue Mittel für Investitionen.

Derzeit scheint ein guter Moment für einen Einstieg zu sein – Fußballaktien werden auf sehr niedrigem Niveau gehandelt und können fast nur noch steigen. Die Aktie des BVB, die einzige eines deutschen Profivereins, bewies in den vergangenen Wochen allerdings das Gegenteil – wie die Mannschaft in den Tabellenkeller, so rutschte der Kurs Anfang April zeitweilig auf unter 1,60 Euro.

Beim Börsengang vor sieben Jahren waren die Papiere elf Euro Wert gewesen.

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