Groß Köhren - Für Sonja Alfken war’s bisweilen ein Wechselbad der Gefühle. Noch im warmen März hätte sie dem Wetter 2017 als Schulnote eine glatte 1 gegeben. Doch dann kamen kalte Wochen, mit Frost im Gepäck, „jetzt sind wir bei der 3“. Der Hintergrund einer solchen Bewertung ist leicht erklärt: Das Wetter entscheidet mit über die Ernte des Spargel-, Erdbeer-, Himbeer- und Heidelbeerhofes Alfken in Groß Köhren – und beschert der Betriebsleiterin in der Folge unerwartete logistische Herausforderungen und manchmal, so sagt sie frank und frei, auch schlaflose Nächte.

„Wenig Obst und Gemüse werden mit so viel Personalaufwand angebaut wie Spargel und Erdbeeren“, ist Sonja Alfken überzeugt. Das heißt für ihren Hof: In der Saison würden zum Spargelstechen und Erdbeerpflücken insgesamt etwa 65 Helfer benötigt, weitere etwa 70 bis 80 Mitarbeiter für die insgesamt 27 Verkaufsstände und den Hofladen.

Wohl die Hälfte der Mitarbeiter in den Verkaufsständen sei schon seit längerem dabei, quasi Stammbesetzung, schätzt die Betriebsinhaberin. Die Arbeitszeiten seien allerdings recht unterschiedlich, manche kämen nur für einen festen Tag pro Woche. Auch viele der meist aus Polen kommenden Spargelstecher kämen schon seit Jahren zur Ernte.

Doch trotz aller verlässlichen Größen: Wenn das Wetter nicht mitspielt, müssen Zeitpläne umgeschrieben werden. Beispiel eins: Durch milde Witterung konnte schon im März Spargel gestochen werden, „das hatten wir noch nie“. „Wir haben viel telefoniert, viele E-Mails verschickt“, beschrieb Sonja Alfken, wie es dennoch gelang, genügend Erntehelfer aus Polen nach Köhren zu holen.

Beispiel zwei: Im kalten April und Maianfang war der Spargel zeitweise so rar, dass an zwei Tagen (8./9. Mai) fast alle Verkaufsstände geschlossen bleiben mussten – „auch das hatten wir so noch nicht“. Obendrein verursachte der Frost bei der ersten und zweiten Erdbeer-Freilandernte heftige Schäden. Wie hoch diese Schäden sind, weiß Sonja Alfken noch nicht: „Die Erdbeere kann einen Blütenstand hinterherschieben. Darauf hoffen wir.“


Welche Witterung sie sich denn für die weitere Saison wünscht? „Gemäßigtes Wetter ohne Extreme, also keine große Hitze, wenig Gewitter, kein Starkregen“, beschreibt die Köhrenerin. Das Ziel ist klar: Aus Note 3 soll am Ende doch noch eine 2 werden.