Köln - Ob Sous-vide-Garen im vakuumversiegelten Plastikbeutel wie im Sterne-Restaurant oder japanische Spezialitäten von der heißen Teppan-Yaki-Platte: Wenn es um die neuen Trends der Küchenbranche geht, sind Feinschmecker gefragt.

Beleuchtete Regale für den Anbau von frischen Küchenkräutern gibt es ebenso wie extra große Kühlschränke und Herde für Vegetarier. „Die Küche wird zum Mittelpunkt des Zuhauses und einmal mehr zum Statussymbol der Deutschen“, erklärt der Geschäftsführer des Küchenhersteller-Verbands AMK, Kirk Mangels, am Montag bei der Vorlage des Jahresberichts in Köln.

Mit einem Umsatzplus um knapp 5 Prozent auf 12 Milliarden Euro hätten die deutscher Hersteller 2016 wieder gute Geschäfte gemacht. Auch für 2017 werde mit einem weiteren Wachstum gerechnet.

Wachstumstreiber ist vor allem ein Trend zu immer teureren Ausstattungen. Mit einem Durchschnittspreis von 6700 Euro ließen sich die Käufer ihre Neuanschaffung 2016 rund 900 Euro mehr kosten als noch vor fünf Jahren. Während die Nachfrage nach Küchen im Wert von weniger als 5000 Euro zurückging, boomte das Luxussegment mit Preisen ab 20 000 Euro, sagt Markus Wittmann vom Marktforschungsunternehmen GfK.

Doch wird angesichts solch hoher Investitionen dann auch mehr selbst gekocht? Die Küchenbranche sieht einen Trend zu „genussvollem Kochen“. Es sei davon auszugehen, dass während der Woche etwas weniger, aber am Wochenende mehr gekocht werde, sagt Mangels.


„Die Küchen werden immer teurer, dafür wird immer weniger gekocht“, meint dagegen Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin der TU München. Wichtigstes Kochgerät sei in vielen Haushalten mittlerweile die Mikrowelle. „Viele Menschen haben es nie gelernt, selber zu kochen“, sagt Hauner.