Oldenburg - Bekanntheit ist relativ: In ihrer Branche hat sich die Unternehmensgruppe VRG, die auf Software und IT-Services spezialisiert ist, deutschlandweit einen Namen gemacht. In ihrer Heimatstadt dagegen kennt die Firma mit Sitz am Mittelkamp kaum jemand. Das kann zum Problem werden, wenn man um den Nachwuchs wirbt.
Wer die Berufslaufbahn einschlägt, denkt in Oldenburg im IT–Bereich zunächst eben eher an den bekannten Riesen EWE als an die Softwareschmiede Targis, die zur VRG-Gruppe gehört. „Wir müssen immer ein bisschen mehr trommeln“, sagt daher VRG-Ausbildungsleiterin Ilona Stubben. Messeauftritte, Karriere-Tage an Hochschulen oder Nachwuchsanwerbung über die Bundesanstalt für Arbeit gehören dazu. „Auch in den sozialen Netzwerken halten wir die Augen und Ohren offen“, ergänzt Targis-Geschäftsführer Torsten Ripke.
Dabei nimmt man in der Führungsetage für sich in Anspruch, gegenüber den bekannten Großunternehmen ein sehr persönliches Ausbildungsverhältnis bieten zu können. „Hier teilt man sich eben die Küche mit der Geschäftsführung“, so Stubben. Die derzeit elf Azubis auf dem Weg zu Fachinformatikern, Informatikkaufmännern und Kaufmännern für Büromanagement haben in der vielschichtigen Unternehmensgruppe zudem den Vorteil, Erfahrungen auf mehreren Ebenen zu machen.
Eine besondere Art der Ausbildung absolviert derzeit Nils Meyer. Obwohl er nur einen Kilometer weit entfernt wohnt, hatte der 21-Jährige nie von der VRG-Gruppe gehört. Nun durchläuft er als einer von sieben einen dualen Bachelor-Studiengang mit der Theorie an der Berufsakademie Oldenburg und der Praxis bei der VRG-Gruppe. Nach dreieinhalb Jahren hat er dann sowohl den Berufs- als auch den akademischen Abschluss als Wirtschaftsinformatiker in der Tasche. Den Wechsel zwischen Unternehmen und Hochschule empfindet er als „sehr erfrischende Abwechslung.“
Zurzeit unterstützt er bei Targis die Entwicklung von Software für die Sozialwirtschaft, mit der zum Beispiel Verwaltungsprozesse bearbeitet werden, das Kerngeschäft von Targis. Aktuelle Zahlen belegen, dass die gesamte VRG-Gruppe mit ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg ist. Der Umsatz belief sich 2013 auf 37,7 Millionen Euro, eine Steigerung von acht Prozent. 2013 hatte man bereits ein drittes Gebäude in Etzhorn bezogen. Ein weiteres Grundstück ist bereits gekauft, das Unternehmen rechnet mit weiterem Wachstum. Ein Grund mehr, an der Bekanntheit unter den Nachwuchskräften zu arbeiten.
