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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wenn Langeweile den Geist beflügelt

12.05.2016

Oldenburg „Multitasking ist eine urbane Legende.“ Davon ist der Neurowissenschaftler und Regensburger Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Dr. Volker Busch (45), überzeugt. Eineinhalb Stunden erzählt er am Dienstagabend im Kulturzentrum PFL über die Folgen der Reizüberflutung des Gehirns. Eingeladen hatten die Nordwest-Zeitung und das Sprecherhaus im Rahmen der Vortragsreihe NWZ-Impulse.

Heutzutage sei das menschliche Gehirn einer Dauerbelastung ausgesetzt – nicht zuletzt durch dynamische Arbeitsprozesse. „Wir sind ständig unter Strom und können uns kaum noch länger auf eine Sache konzentrieren“, sagt Busch. Und genau das sei fatal, denn: „Unser Gehirn ist nicht auf Multitasking ausgelegt, wir sind aber perfekte Monotasker und dadurch sogar effektiver. Wir machen weniger Fehler, wenn wir eine Sache nach der anderen abarbeiten. Außerdem kostet das ständige Umschalten zwischen Aufgaben Kraft“, sagt Busch.

Das Problem seien auch nicht die Smartphones oder soziale Netzwerke, sondern die Art und Weise, wie wir neue Medien konsumieren. „Ein Messer kann man auch zum Kochen nutzen oder, um jemanden zu verletzen“, sagt Busch.

Jeder müsse sich dazu disziplinieren, dem Gehirn auch mal eine Auszeit zu gönnen, dann käme auch die Kreativität von ganz allein. „Eine Stunde im Park oder in einer ruhigen Umgebung hilft dabei, das Gehirn vom Stress zu befreien“, sagt Busch.

Forscher hätten herausgefunden, dass man im Schnitt 11,7 Mal pro Aufgabe unterbrochen werde und es einige Minuten dauere, bis man sich wieder auf eine Aufgabe, die unterbrochen wurde, konzentrieren könne.

„Langeweile hilft dabei, den Akku wieder aufzuladen und sie fördert die Kreativität“, sagt Busch. Insbesondere Kleinkinder sollten das Gefühl kennenlernen und nicht von Eltern wegen Quengelei vor den Fernseher gesetzt werden, erklärt der Referent und schließt seinen Vortrag mit dem mahnenden Satz des Malers, Bildhauers und Lyrikers, Hans Arp (1886-1966): Einst wird man von der Stille und der Ruhe wie von einem Märchen erzählen. „Ich hoffe, dass er Unrecht behält“, sagt Busch.

Der nächste Impulse-Vortrag mit Finanzkabarettist Chin Meyer findet am Dienstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3) statt. Kontakt unter Telefon    0 25 61/69 56 51 70.


Ein Spezial unter   www.nwzonline.de/nwz-impulse-vortragsreihe 
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

Weitere Nachrichten:

Kulturzentrum PFL | Nordwest-Zeitung

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