Moorwarfen - Diese Liebesaffäre wird wohl kein gutes Ende nehmen: Eine saftig-grüne Weide in Moorwarfen, ein diesiger Tag Mitte November. Ein paar Kühe stieren still, träge und wiederkäuend vor sich hin, in der Ferne zieht der Verkehr auf der Sillensteder Straße vorüber.

Zwischen dem dösigen Milch-Vieh tapst ein Wesen umher, das nicht so richtig zu der Herde passen will. Das Blut der kleinen Hirschkuh ist in Wallung, im Oktober und November ist Brunftzeit. Irgendwo hier muss sich doch ein stattlicher Kerl herumtreiben? Oder doch nicht?

Scheu schleicht die kleine Hirsch-Dame zwischen den schwarz-weißen Riesen umher. Die nehmen kaum Notiz von ihr – an Paarung scheint hier wirklich niemand zu denken.

„Es kommt schon vor, dass sich Hirsche einer Kuhherde anschließen“, sagt Hans-Joachim Pinkepank vom Hegering Jever. Das liege vor allem am ähnlichen Verhalten von Kuhherden gegenüber denen der Hirsche – und den selben Essgewohnheiten. Manche Landwirte ließen es sogar zu, dass die Tiere den Kühen bis in den Stall folgten.

Laut Pinkepank habe sich das Tier der Herde bereits vor einigen Wochen angeschlossen: „Woher es kommt, weiß aber niemand.“ In Frage kämen der Knyphäuser Wald oder privater Bestand. Pinkepank: „Vielleicht ist das Tier ausgebüxt oder hat sich verirrt.“


Die schlechte Nachricht für die Hirschkuh: Da sie keine Anstalten macht, die Kuhherde wieder zu verlassen, um einen Hirsch zu finden, wird es mit der Paarung in diesem Jahr wohl nichts mehr werden, Ende November endet die Brunftzeit der Tiere.

Erfreulicher für das liebestolle Weibchen ist die Nachricht, dass ihm wohl keine Bejagung droht. Pinkepank: „Da das Tier nicht sehr zutraulich ist, besteht keine Gefahr für Menschen.“ Zumal Weibchen kein Geweih entwickelten und daher selbst dann, wenn sie ihre Scheu verlieren, ungefährlich seien.

Im November 2009 hatte ein seltener Albino-Hirsch im Jeverland für Aufregung gesorgt. Das brunftige Tier hatte seine Scheu vor Menschen weitgehend verloren, woraufhin Landkreis und Polizei den Hirsch zum Abschuss freigaben. Ein Jäger erlegte das Tier schließlich – es folgten heftige Kritik aus Bevölkerung und auch Jägerschaft.

Ein Abschuss droht der Hirschkuh aktuell also nicht. „Wahrscheinlich wird sie die Herde nach Ende der Brunftzeit verlassen“, vermutet Pinkepank. Im nächsten Jahr wird das Tier dann wohl wieder auf die Suche gehen – und dann hoffentlich ein besseres Auge bei der Partnerwahl beweisen.

Moorwarfen - Diese Liebesaffäre wird wohl kein gutes Ende nehmen: Eine saftig-grüne Weide in Moorwarfen, ein diesiger Tag Mitte November. Ein paar Kühe stieren still, träge und wiederkäuend vor sich hin, in der Ferne zieht der Verkehr auf der Sillensteder Straße vorüber.

Zwischen dem dösigen Milch-Vieh tapst ein Wesen umher, das nicht so richtig zu der Herde passen will. Das Blut der kleinen Hirschkuh ist in Wallung, im Oktober und November ist Brunftzeit. Irgendwo hier muss sich doch ein stattlicher Kerl herumtreiben? Oder doch nicht?

Scheu schleicht die kleine Hirsch-Dame zwischen den schwarz-weißen Riesen umher. Die nehmen kaum Notiz von ihr – an Paarung scheint hier wirklich niemand zu denken.

„Es kommt schon vor, dass sich Hirsche einer Kuhherde anschließen“, sagt Hans-Joachim Pinkepank vom Hegering Jever. Das liege vor allem am ähnlichen Verhalten von Kuhherden gegenüber denen der Hirsche – und den selben Essgewohnheiten. Manche Landwirte ließen es sogar zu, dass die Tiere den Kühen bis in den Stall folgten.

Laut Pinkepank habe sich das Tier der Herde bereits vor einigen Wochen angeschlossen: „Woher es kommt, weiß aber niemand.“ In Frage kämen der Knyphäuser Wald (Wittmund) oder privater Bestand. Pinkepank: „Vielleicht ist das Tier ausgebüxt oder hat sich verirrt.“

Die schlechte Nachricht für die Hirschkuh: Da sie keine Anstalten macht, die Kuhherde wieder zu verlassen, um einen Hirsch zu finden, wird es mit der Paarung in diesem Jahr wohl nichts mehr werden, Ende November endet die Brunftzeit der Tiere.

Erfreulicher für das liebestolle Weibchen ist die Nachricht, dass ihm wohl keine Bejagung droht. Pinkepank: „Da das Tier nicht sehr zutraulich ist, besteht keine Gefahr für Menschen.“ Zumal Weibchen kein Geweih entwickelten und daher selbst dann, wenn sie ihre Scheu verlieren, ungefährlich seien.

Im November 2009 hatte ein seltener Albino-Hirsch im Jeverland für Aufregung gesorgt. Das brunftige Tier hatte seine Scheu vor Menschen weitgehend verloren, woraufhin Landkreis und Polizei den Hirsch zum Abschuss freigaben. Ein Jäger erlegte das Tier schließlich – es folgten heftige Kritik aus Bevölkerung und auch Jägerschaft.

Ein Abschuss droht der Hirschkuh aktuell also nicht. „Wahrscheinlich wird sie die Herde nach Ende der Brunftzeit verlassen“, vermutet Pinkepank. Im nächsten Jahr wird das Tier dann wohl wieder auf die Suche gehen – und dann hoffentlich ein besseres Auge bei der Partnerwahl beweisen.