Hude - Bunte Schokoladeneier auf der Kaffeetafel, angemalte Eier in selbst gebastelten Osternestern: Beim VdK-Kaffeenachmittag lag schon vor den großen Festlichkeiten ein Hauch von Ostern in der Luft. 17 Senioren und Seniorinnen hatten sich in der Gaststätte Burgdorf eingefunden, um sich von Ruth Meya-Meinig besondere Osterbräuche genauer erklären zu lassen.
„Das Osterfest, wie wir es heute kennen, setzt sich aus christlichen und vorchristlichen Bräuchen zusammen“, erklärte Meya-Meinig. So wurden Kinder früher nur zu Ostern und Pfingsten getauft, da das Wasser nach den Osterfeuern gereinigt wurde. Man habe mit den Feuern auch den Winter vertreiben und den Frühling begrüßen wollen. Die Gebrüder Grimm griffen in ihren Geschichten einen alten, unbelegten Mythos einer germanischen Göttin mit dem Namen Ostara auf, die in jedem Jahr gegen die Eisriesen kämpft und dafür gesorgt haben soll, dass der Frühling Einzug in die Länder erhielt. In der Geschichte macht sich ein Mädchen auf, um Ostara in ihrem Kampf zu unterstützen. Auf ihrem Weg findet das Mädchen einen erfrorenen Vogel, der von der Göttin in einen Schneehasen verwandelt wird. „Der Hase kündigte nun in jedem Jahr mit Eier Ostaras Kommen an", las Ruth Meya-Meinig vor.
Aber nicht nur der Hase sorgt in den verschiedenen Ländern der Welt für die fröhliche Eiersuche. In unterschiedlichen Kulturkreisen haben sich andere Tiere als Osterboten etabliert. So wird in Schweden das Osterfest mit dem Osterküken in Verbindung gebracht, in der Schweiz soll der Kuckuck die bunten Eier verstecken. In Australien sei man gar nicht gut auf den Osterhasen zu sprechen, so Meya-Meinig. Nach der Besiedlung des Kontinents verbreiteten sich die Hasen so stark, dass sie systematisch erlegt werden mussten. Daher gilt in Down Under der Bilby, ein hasenähnlicher Säuger als Osterbote. Sogar in Deutschland gibt es verschiedene Varianten. Während in Thüringen auch der Storch die Kinder in den Gärten auf die Eiersuche schickt, übernahm in Westfalen der Osterfuchs diese Aufgabe lange Zeit.
