Oldenburg - Hähne krähen, Schafe blöken und die Vögel zwitschern. Plätscherndes Wasser und freilaufende Gänse – eine kleine Idylle. In den Weser-Ems-Hallen waren am Wochenende nicht nur die Hühner los. Auf der 22. Messe „Mein Tier“ konnten Tierfreunde am Sonnabend und Sonntag in die Welt von Hund, Katze und Pferd eintauchen.

Im Brutkasten ist das erste Küken geschlüpft: Die gelben Federn kleben noch an der nackten Haut. Es taumelt zwischen seinen Geschwistern hin und her, nach einiger Zeit beginnt es zu piepsen. „Wenn das erste geschlüpft ist, dauert es nicht lange, dann kommen die anderen relativ zügig hinterher“, erklärt Lars Maibaum, zweiter Vorsitzender von Haar und Feder e.V..

Dauerwelle, pinke Mähne und geflochtener Schweif scheinen in der Pferdebox gerade voll im Trend zu sein. Hier zeigen sich Fjordpferd, Haflinger, Friesen. Ralf Seedorfs „Quarter Horse“ dagegen hatte in der Manege alle Hufe voll zu tun: Beim Westernreiten präsentiert er, wie das Rinder-Treiben funktioniert. „Das sind die schnellsten Pferde auf der Viertel-Meile. Rinder-Eintreiben haben die in sich wie Border Collies“, so der Fachmann. Streicheln lässt sich der Hund dennoch gern.

„Ich bin hier nur bei den Pferden“, sagt Katharina (15). Als Tochter eines echten amerikanischen Cowboys nicht verwunderlich. Und für den checkt Mutter Julia Mönnich schon einmal Vereine und Reiterhöfe ab: „Mein Mann trainiert Jungpferde und gibt Reitunterricht. Hier kann man sich einen Überblick verschaffen, wo man sich beruflich niederlassen kann.“

Was macht denn ein Saug-Wischer auf der Tiermesse? Der Geruch von Gummienten und würzigen Kalbshufen verrät, hier geht es um den Hund. Die Besucher erwartet natürlich der neuste Schrei für Zubehör. Von Mini-Fressnäpfen bis zu Riesen-Hundebetten ist für jede Größe was dabei. Und über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten: Nietenhalsband oder doch lieber was mit Glitzer?

Es tut sich was im Brutkasten – ein regelrechtes Aufwachen: 41 Wachteleier wackeln im Kanon, und sie kommunizieren auf eine gewisse Art und Weise untereinander. „Guck mal, Mami“, ruft Fabienne (5) aufgeregt, „da guckt auch schon eine Feder raus.“ Das nächste, noch ungeschlüpfte Küken, pickt ein winziges Loch in die Schale. „Diese Tiere vom Land, sowas sehen die Kinder ja sonst nicht in der Stadt“, sagt Bettina Hofmann.


Unter einem dichten Blätternetz verschwinden die Besucher in einen dunklen Dschungel, hinein ins große Krabbeln und Kriechen. Die Luft ist feucht und warm. Alligatorenaugen blitzen einen aus dem Wasser heraus an. Dann geht es hinein in ein schwarzes Loch, ein echtes Spinnennest. Hier wird die Luft noch stickiger – oder ist das der Nervenkitzel? Frank Mausholt leuchtet von oben in eines der Terrarien: „Eine indische Ornamentvogelspinne“, sagt er, „die sind relativ aggressiv, weil sie sensibel auf Störungen reagieren.“ Das Glas ist noch zu? Gut.

„Es ist interessant zu sehen, wie die Tiere leben“, schwärmt Birk Bölter (14). Er hat Hunde zu Hause, Bienen und Hühner. „Um die Hühner kümmere ich mich“, erzählt er, „jeden Tag nach der Schule heißt es: Ausmisten.“ Tatsächlich, so Lars Maibaum, gibt es einen Trend zu mehr Hühnerhaltung – Deshalb auch das Engagement im Verein: „Uns geht es darum, Hobbyhalter aufzuklären. Artgerechte Haltung bleibt am wichtigsten.“

„Alles ist reibungslos abgelaufen“, sagt Projektleiterin Sonja Hobbie zufrieden, „und die Tiere haben die Messe gut überstanden.“ Es gab reichlich Informationen bei den Ausstellern und – wie immer – standen die Tiere im Vordergrund.