Wildeshausen - 259 Gäste begrüßte MIT-Chef Manfred Wulf am Freitagabend beim traditionellen Kohlessen. Nicht dabei war Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. Dennoch war er eine der Hauptfiguren des Abends. In seiner Festrede ging Wulf mit seinem Intimfeind Shahidi heftig ins Gericht.
Wulf kritisierte die „komplett idiotische Planung am Bedarf der Feuerwehr vorbei“. Er sprach von verfehlter Wirtschaftspolitik. „Viele unserer Nachbarn kümmern sich geradezu euphorisch um die Ansiedlung neuer Betriebe – wir lassen sie gehen.“ Wulf nannte das Beispiel Kreienborg. Da gebe es für ein alteingesessenes Unternehmen in Wildeshausen keine Entwicklungsmöglichkeit und die Firma werde nun „wie ein geprügelter Hund durch den Nordwesten gejagt“.
Statt mit Wirtschaftsförderung beschäftige sich der Bürgermeister lieber mit einem „Pseudo-Beteiligungsmodell“ namens Bürgerhaushalt.
Doch nach Meinung von Wulf gibt es einen Hoffnungsschimmer. Und der liegt in der „hervorragenden überparteilichen Zusammenarbeit im Rat“. Dabei schloss Wulf die Grünen ausdrücklich mit ein. Er lobte die große Gemeinsamkeit bei der Suche nach einer Bürgermeisterkandidatin und machte schon mal etwas Wahlhilfe für Sabine de Buhr-Deichsel. „Es ist erfrischend, mal wieder mit jemandem zu sprechen, der berufliche Erfahrung und Qualifikation zur Führung einer Verwaltung hat“, sagte Wulf mit einem Seitenhieb Richtung Shahidi.
Nach deftigen Worten folgte deftiger Kohl – und anschließend eine doppelte Ehrung. Zum zehnten Mal wurde der Wildeshauser Wirtschaftspreis vergeben – in diesem Jahr an die Firma Küchentreff; und der Ehrenamtspreis an Alt-Bürgermeister Franz Duin.
Als Laudator für den Wirtschaftspreis hatte die MIT den FDP-Landesvorsitzenden Dr. Stefan Birkner verpflichtet. Er lobte den Pioniergeist von Franz Bahlmann, der das Unternehmen Küchentreff 1995 gegründet hatte. Mittlerweile gibt es europaweit 350 Standorte eines Verbandes mit selbstständigen Mitgliedern. Die erwirtschaften 250 Millionen Euro. „Allein in Deutschland liegt der Marktanteil bei 17 Prozent.“ Was kaum jemand weiß: Die Verbandszentrale sitzt in Wildeshausen, wo 17 Mitarbeiter sich um die Partnerunternehmen kümmern.
Torsten Koschnitzke („Willi Wühlt“) würdigte als Laudator die Rolle Duins für seine Heimatstadt. „Er ist prädestiniert, Menschen zueinander zu bringen, Ihnen zu helfen und Konflikte zu lösen“. Rhetorisch könne ihm kaum jemand das Wasser reichen. Duin habe nicht nur politisch viel getan, auch in der evangelischen Kirche sei sein Engagement beispielhaft. Zudem gehört er zum Kreativteam Alte Feuerwache.
Gefeiert wurde anschließend bis in die Morgenstunden auf Gut Altona.
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