Das Bundesumweltministerium erwägt, mit einer „Blauen Plakette“ nur noch neueste Diesel-Fahrzeuge in die Innenstädte zu lassen. Schlimme Folgen fürs Handwerk befürchtet Kreishandwerksmeisterin Britta Jochims aus Heide.
Frau Jochims, Sie haben vier Firmenfahrzeuge. Alles Diesel?
JochimsNur drei davon.
Erreichen sie die Abgaswerte der EU-Norm 6?
JochimsBei dem neuesten vielleicht. Aber alle haben die Grüne Plakette.
Damit würden Sie nach den Plänen des Umweltministeriums trotzdem nicht zu Kunden in den Zentren, etwa von Bremen oder Oldenburg, gelangen
JochimsJa, und so geht es vielen. Die meisten Betriebe haben ihre Diesel-Fahrzeuge schon lange. Die sind größtenteils auch nicht nachrüstbar.
Welche Konsequenzen befürchten Sie?
JochimsEntweder könnten wir die Kunden nicht mehr bedienen oder wir müssten neue Fahrzeuge anschaffen. Wer soll das denn bezahlen? Das müsste dann auf den Preis umgelegt werden und würde zu einem Aufschrei bei den Kunden führen. Und der Ruf des Handwerks würde noch weiter beschädigt.
Wo bleibt der Aufschrei des Handwerks?
JochimsWir schreien nicht gleich, wenn etwas noch so wenig konkret ist. Aber die Kreishandwerkerschaft in Person unseres Geschäftsführers Hartmut Günnemann hat schon Gespräche zu diesem Thema mit Politikern geführt.
Und wie bewerten Sie persönlich die Pläne?
JochimsWenn das umgesetzt würde, wäre das eine Katastrophe für alle Gewerke. Ich rechne dann auch mit Insolvenzen. Es ist ja richtig, mehr für die Umwelt zu tun, aber man muss dabei auf dem Teppich bleiben.
