Hamburg - Die Schiffbauer an Nord- und Ostsee fordern eine stärkere und bessere Unterstützung aus Berlin. „Die Situation auf dem globalen Schiffbaumarkt ist brutal“, sagte der Geschäftsführer der Fassmer-Werft in Berne (Kreis Wesermarsch) und Vorsitzende des Verbandes Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Harald Fassmer, am Mittwoch in Hamburg. Um dem internationalen Wettbewerbsdruck begegnen zu können, erwarten die Werften Unterstützung für ihre eigene Innovationskraft sowie bei der Finanzierung von Großprojekten.

Noch nie war die Situation der maritimen Industrie an der Küste so angespannt wie derzeit. Das zumindest geht aus der Studie „Situation des deutschen Schiffbaus 2013“ hervor, die die Beratungsfirma PWC im Auftrag des VSM erstellt hat. Als Folge der internationalen Wirtschaftskrise und der dann folgenden Schifffahrtskrise „durchleben die Werften derzeit die schlimmste Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges“, so PWC-Experte Holger Jandke.

Seit 2008 verloren die Werften demzufolge drei Mal so viele Aufträge wie während ihrer bisher schwersten Zeit in den 1970er Jahren. In den vergangenen fünf Jahren mussten acht von 26 Betrieben Insolvenz anmelden und geschlossen werden.

Die verbliebenen Unternehmen gehören laut PWC nach dem endgültigen Ausstieg aus dem Handelsschiffbau aus technologischer Sicht zur Weltspitze. Die verstärkte Ausrichtung auf maßgeschneiderte Großprojekte bedeute laut Jandke aber auch unkalkulierbare Kostenrisiken. Öffentliche Unterstützung brauchen die Werften nach Überzeugung von PWC auch bei der Entwicklung von innovativen Produkten.

Es gehe nicht um neue Subventionen, sondern um gezielte Förderprogramme und um die Rahmenbedingungen, betonte Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD).