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EWE speist Biogas ins Netz ein

JÖRG SCHÜRMEYER

WERLTE/OLDENBURG - Die EWE hat am Donnerstag im emsländischen Werlte die nach eigenen Angaben erste Anlage zur Biogasaufbereitung in Norddeutschland, gleichzeitig die dritte bundesweit, eröffnet. Mit der Anlage ist der Oldenburger Versorger in der Lage, das erzeugte Biogas so aufzubereiten, dass es der Qualität von Erdgas entspricht und direkt in das Kundennetz eingespeist werden kann. Die EWE investierte 1,4 Millionen Euro in die Anlage.

„Biogas ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Baustein in der Energieversorgung der Zukunft“, sagte Dr. Thomas Neuber, EWE-Vorstand für Beschaffung und Produktion bei der Eröffnung. Er hob hervor, dass Biogas als Energieträger CO2-neutral sei, so dass mit der Anlage auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werde.

Die Produktionsstätte in Werlte wurde an eine seit 2002 bestehende Biogasanlage (Leistung: 2,5 Megawatt) angeschlossen. Diese hatte die EWE im Jahr 2006 übernommen. Diente sie bislang nur dazu, vor Ort Wärme und Strom zu erzeugen, könne Biogas jetzt „in größerem Umfang genutzt werden“, so Neuber. Geplant sei u.a. dem herkömmlichen Erdgas an den Erdgastankstellen im Nordwesten künftig zehn Prozent Biogas beizumischen.

Die mit jährlich rund 100 000 Tonnen Gülle und Abfällen aus der Nahrungsmittelindustrie betriebene Anlage werde bis zu drei Millionen Kubikmeter Biogas pro Jahr in das Erdgasnetz einspeisen. Diese Menge reiche aus, um bis zu 2000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Bei einer positiven Entwicklung des Pilotprojektes in Werlte, seien weitere Aufbereitungsanlagen geplant, so die EWE.

Martin Zeller, Baudezernent des Landkreises Emsland, lobte die Anlage als „Zeichen zur effektiven Nutzung von erneuerbaren Energien“. Zurückhaltender äußerte er sich allerdings, was die Zukunft der Biogaserzeugung – gerade bei kleinen landwirtschaftlichen Anlagen – angeht. Die Antragstellung für den Neubau von Anlagen habe in diesem Jahr „deutlich nachgelassen“. Als Grund nannte er u.a. den Preisanstieg bei nachwachsenden Rohstoffen.


Optimistischer äußerte sich Dr. Alfons Schulte-Schulze-Berndt vom Anlagenbauer Carbotech (Essen). Angesichts der drastisch steigenden Rohölpreise könne Biogas „vielleicht schon 2008 oder 2009“ als Energieträger konkurrenzfähig sein. Die anstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werde zudem den Zutritt für Biogas in das Gasnetz weiter verbessern.

Aufbereitung

von Biogas

Zur Einspeisung

von Biogas in das Erdgasnetz ist es notwendig, den Methangehalt so zu erhöhen, dass das Biogas in der Form „normalem“ Erdgas entspricht. Der Methangehalt muss dazu von anfangs rund 65 Prozent auf mehr als 90 Prozent gesteigert werden.

Das gängige Verfahren

zur Aufbereitung von Biogas ist die sogenannte Druckwechseladsorption (kurz: DWA). Zunutze macht sich die DWA die unterschiedliche Adsorption von Methan und Kohlendioxid (CO2) bei erhöhtem Druck an einem Kohlenstoffmolekularsieb. Das CO2 bindet sich schneller und stärker an den Feststoff als Methan. „Vereinfacht funktioniert das Ganze wie ein Filter, bei der die Aktivkohle das CO2 wie ein Schwamm aufnimmt“, erklärt Dr. Alfons- Schulte-Schulze-Berndt vom Anlagenbauer Carbotech.

Mit dem

Gas können

bis zu 2000

Haushalte

versorgt werden

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