Essen - „Es muss ziemlich schnell etwas passieren.“ So lautete das Fazit von Stefan Wernsing, Chef von Wernsing -Feinkost, zum Abschluss des Besuchs von Niedersachsens Umwelt-, Energie und Klimaschutzminister Dr. Stefan Birkner (FDP) am Donnerstagnachmittag im Werk an der Kartoffelstraße im Essener Ortsteil Addrup.
Neben den steigenden Preisen für landwirtschaftliche Flächen und damit natürlich auch für Wernsings wichtigsten Rohstoff, die Kartoffel, sind die Lebensmittelhersteller auch im Energiesektor die Gelackmeierten. Zum einen steigen die Flächenpreise auch im Zusammenhang mit dem Maisanbau für die Erzeugung erneuerbarer Energie in Biogasanlagen, zum anderen werden die auch noch subventioniert, erläuterte Stefan und Senior Heinz Wernsing sowie Geschäftsführer Bernhard Suding. der im übrigen zum 30. November aus dem Betrieb ausscheidet.
In den Subventionen sieht Wernsing einen einer Planwirtschaft ähnlichen Eingriff des Staates in die Wirtschaft. Außerdem sollten Biogasanlagen mit biologischen Reststoffen „gefüttert“ werden und nicht mit Mais.
Wie das funktioniert, demonstrierte die Firma Wernsing im hauseigenen Entsorgungszentrum, in dem die Reste der Lebensmittelproduktion in Energie umgewandelt wird. An der Straße Up’n Felde stehen eine Kläranlage und eine Biogasanlage, deren Wirkungsgrad knapp 80 Grad erreicht und rund 3,5 Megawatt bringt. Herkömmliche Anlagen ohne Wärmeverwertung erreichen um die 40 Prozent.
Birkner sah große Übereinstimmung der Wernsing-Thesen mit denen der FDP, wie er nach einer Rundfahrt durchs Entsorgungszentrum und das Firmengelände bei einem anschließenden Imbiss sagte. Auch in der Energiepolitik müsse man zurück zur Marktwirtschaft. Die Photovoltaik-Technik sei zum Beispiel überfördert. Ein neues Fördersystem müsse mehr Wettbewerb bringen. Die Bundesregierung werde im März einen Vorschlag vorlegen, kündigte er an.
