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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Weser-Ems-Genossen gehen über Region hinaus

18.09.2014

Oldenburg Der Genossenschaftsverband Weser-Ems (GVWE) will sich verstärkt für Mitgliedsunternehmen aus dem ganzen Norden öffnen. Beim Verbandstag am Mittwoch in Oldenburg stimmten die Mitglieder einstimmig für eine Satzungsänderung, in der es künftig heißt: „Das Verbandsgebiet umfasst Norddeutschland.“

Verbandsdirektor Georg Litmathe begründete den Schritt damit, dass der GVWE zunehmend auch auf Interesse außerhalb des eigentlichen Verbandsgebiets stoße. In den vergangenen Jahren habe der GVWE Zulauf von 13 neuen Genossenschaften bekommen, die nicht einem der fünf Wahlbezirke der Weser-Ems-Genossen angehören. Mit dieser Änderung tritt der GVWE auch in Konkurrenz zum Genossenschaftsverband e.V (Frankfurt), der nach der Fusion mit dem Genossenschaftsverband Norddeutschland (Hannover) 2008 bisher den Norden über Weser-Ems hinaus abdeckt.

Die Satzungsänderung sieht die Schaffung eines sechsten Wahlbezirks für diese „externen“ Genossenschaften vor. Der Verbandsrat wird von 20 auf 22 Mitglieder erweitert, wobei der neue Bezirk automatisch mindestens ein Mandat erhalten soll.

Zufrieden äußerte sich GVWE-Verbandsdirektor Johannes Freundlieb vor 400 Gästen zur Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr. „Die Geschäftsentwicklung unserer Mitgliedsunternehmen in 2013 war durchweg positiv“, sagte er. So verwies er darauf, dass bei den 57 dem GVWE angehörenden Genossenschaftsbanken das addierte Geschäftsvolumen um 3,4 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro gestiegen sei. Die Gesamtausleihungen an Kunden nahmen um 4,9 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro zu.

Für 2014 gab sich Freundlieb trotz des Ukraine-Konflikts im Grundsatz optimistisch. „Die positive wirtschaftliche Entwicklung hat sich in 2014 fortgesetzt.“ Für die Genossenschaftsbanken erwartet der GVWE angesichts des schwierigen Marktumfelds „ein vergleichbares Betriebsergebnis wie im Vorjahr“.

Im Gastvortrag kritisierte Prälat Peter Kossen vom Bischöflichen Offizialat Vechta die negativen Auswüchse des heutigen Wirtschaftens. „Ausbeutung ist hoffähig geworden“, warnte er. Und dazu müsse man gar nicht weit schauen, um die Folgen sozialer und ökologischer Verwerfungen zu erahnen. „In Großschlachtereien, auf Großbaustellen, in Nobelhotels oder bei Paketdiensten ist Not und Ungerechtigkeit mitten unter uns ganz real“, sagte er und kritisierte vor allem den Missbrauch von Werkverträgen. „Beim Missbrauch der Werkverträge sind mitten unter uns rechtsfreie Räume entstanden, Parallelwelten, richtige Subkulturen.“

Kossen forderte deshalb u.a. eine weitestgehende Einschränkung der Werkverträge in der Fleischindustrie sowie „Equal pay“, „gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“. Zugleich appellierte er, Mut zur Solidarität zu zeigen. „Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich an ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Solidarität“, sagt er.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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