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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gutachten zu Privatfahrt kommt EWE teuer zu stehen

02.06.2017

Oldenburg /Wildeshausen Darf sich jemand, der EWE-Vorstand werden möchte, von einem EWE-Angestellten, mit dem er privat befreundet ist, für 300 Euro „unter der Hand“ in den Ski-Urlaub fahren lassen? Diese Frage hat nach den NWZ-Recherchen zur „Akte Timo Poppe“ zu lebhaften Diskussionen geführt. Ebenso sehr hat unsere Leser aber diese Frage bewegt: Wie viel musste EWE für das 26 Seiten starke Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bezahlen, das die 300-Euro-Privatfahrt des Vorstandskandidaten Poppe rechtlich einordnen sollte?

Wie teuer war das Gutachten zum Fall Poppe?

Weder EWE noch KPMG nennen Zahlen. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu Mandatsverhältnissen nicht öffentlich äußern“, heißt es etwa bei KPMG.

Spezial zur EWE-Krise

Branchenkennern zufolge rechnen Wirtschaftsprüfer zumeist nach Tagessätzen ab, deren Höhe wiederum von der Einstufung der Berater abhängt: Prüft hier ein „Junior“, „Senior“ oder gar ein „Partner“? Das Skiurlaubs-Gutachten haben drei Juristen unterschrieben, einer davon als „Senior-Manager“, ein zweiter als „Partner“. Insider rechnen damit, dass ihr Bericht eine „mittlere fünfstellige Summe“ gekostet hat.

Wer hat das Gutachten in Auftrag gegeben?

In Auftrag gegeben hat das Gutachten der EWE-Aufsichtsrat. „Es gab ein Hinweisschreiben – und wir sind aus Haftungsgründen verpflichtet, Hinweisen nachzugehen“, erklärt der inzwischen ausgeschiedene Chef des Gremiums, Stephan-Andreas Kaulvers. Er verweist darauf, dass hier der Vorwurf „Schwarzarbeit“ im Raum stand – und so etwas würde, sollte sich solch ein Vorwurf bewahrheiten, gegen die charakterliche Eignung eines Kandidaten für einen Vorstandsposten sprechen. (KPMG hält Poppes Fahrt für nicht justiziabel.)

Was prüft KPMG sonst noch für die EWE?

Die Wirtschaftsprüfer haben unter anderem Gutachten erstellt zu Vorwürfen gegen den inzwischen entlassenen Vorstandschef Matthias Brückmann, zu Korruptionsvorwürfen bei EWE Netz, zum Vorwurf möglicher Steuerhinterziehungen bei EWE Netz. Die beiden letztgenannten Themen betreffen Timo Poppe ebenfalls, der früher als Generalbevollmächtiger bei EWE für die Netze verantwortlich war und Aufsichtsrat bei EWE Netz ist. Abschlussberichte liegen noch nicht vor.

Nach NWZ-Informationen befindet sich seit Monaten eine knapp zweistellige Zahl von KPMG-Gutachtern im Haus der EWE. Die Gesamtkosten für die Prüfungen dürften deutlich im sechsstelligen Bereich liegen – oder höher.


  www.nwzonline.de/ewe-krise 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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KPMG | EWE | EWE Netz

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