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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Diese Erfindung soll gegen Nitrate vorgehen

03.06.2019

Ahlhorn Werner Reumann vom Fischereiverein Wardenburg sorgt sich um die Qualität des Wassers, in dem Jungfische aufwachsen. Er hat deshalb eine Anlage ersonnen, die das Wasser in den Gräben landwirtschaftlicher Flächen verbessern soll. Eine erste Anlage ist jetzt am Lethe-Talgraben bei Ahlhorn installiert worden. Die Feldkläranlage soll das belastete Wasser des Grabens reinigen.

Das Besondere an diesem biologischen Klärwerk, erläutert Henning Stilke vom Landesfischereiverband Weser-Ems: „Es handelt sich um eine einfache Konstruktion von Kübeln mit ausgewählten Pflanzenarten, die in Zusammenarbeit mit Bakterien für einen natürlichen Abbau von Schadstoffen sorgen.“

Die Feldkläranlage ist sogar patentiert worden und macht den Fischern Hoffnung, dass das belastete Grabenwasser sauber in die Fließgewässer gelangt. „Und dass damit das Leben in seiner biologischen Vielfalt in die Gewässer zurückkehren kann“, so Stilke.

Initiator Werner Reumann: „Es wird zwar viel investiert für den Besatz der Fische und Laichplätze, aber das Wasser, in dem die Fische ablaichen sollen, hat keine ausreichende Qualität, um die Entwicklung der Eier und das Aufwachsen der Jungfische zu gewährleisten.“ Von den Nitrateinträgen aus der Landwirtschaft gehe im Einzugsbereich der Gewässer eine starke Belastung aus. Als Gärtnermeister bringt Werner Reumann das notwendige Verständnis mit, um zu erkennen, mit welchen Pflanzenarten er einen natürlichen Weg zum Abbau der Schadstoffe bewirken kann, bevor diese in das Gewässer gelangen können.

Nach jahrelangem Experimentieren mit Pflanzenarten, Substraten und Behältnissen gelang ihm die Entwicklung einer variablen Anlage aus großen Kübeln, den Klärbecken, durch die das belastete Wasser hindurchgeleitet wird. Dabei wird der Stickstoff- und Phosphorgehalt des Wassers gemindert, ebenfalls der Anteil von Ocker.

Die von Reumann entwickelten Klärbecken sind mit sogenannten Repositionspflanzen bestückt, also Pflanzen, die der Renaturierung dienen. Bei diesen Pflanzen handelt es sich ausschließlich um einheimische Arten wie die Gelbe Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Schilfrohr (Phragmites) und Binse (Juncus inflexus), die sich durch einen hohen Verbrauch von Nitraten auszeichnen. Neben den Pflanzen spielen Bakterien, die sich natürlich in den Behältern ansiedeln, eine wichtige Rolle beim Nitratabbau. Das mit dem Wasser in die Klärbecken eingeleitete Nitrat wird durch die Pflanzen und Bakterien in dem System also ganz natürlich abgebaut.

Die Feldkläranlage kann laut Fischereiverband in jedes Gerinnebett eines aus landwirtschaftlichen Flächen ablaufenden Fließgewässers eingebracht werden.

Die Installation der Anlage erfolgte unter Federführung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), der mit Inbetriebnahme der Anlage regelmäßige Messungen der Schadstoffwerte vornimmt. „Natürlich darf die Anlage keinen Rückstau erzeugen“, so Projektingenieur Sascha Kochendörfer (Hydrochemie, Landwirtschaft und Boden) vom OOWV.

Die Finanzierung der Maßnahme in Ahlhorn erfolgt mit EU-Mitteln.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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