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Windpark: Alpha-Ventus erfreut Forscher und Unternehmer

09.05.2012

BREMERHAVEN Der Wind über der Nordsee lässt sich für die Stromerzeugung besser nutzen als bislang erwartet. Das hat die begleitende Forschung rund um den ersten deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus 45 Kilometer nördlich von Borkum gezeigt. Seit drei Jahren beobachten Wissenschaftler dort viele Details an insgesamt zwölf Windkraftanlagen. „Die Ergebnisse sind überragend gut“, sagte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik, Prof. Dr. Jürgen Schmid, am Dienstag in Bremerhaven zum Auftakt einer internationalen Konferenz rund um das Forschungsprojekt Alpha Ventus.

Sowohl in 2011 als auch in diesem Jahr stand für die Stromerzeugung auf hoher See mehr Wind zur Verfügung als erwartet. „In 2011 waren wir 15 Prozent über den Prognosen, für 2012 liegen wir bislang auf einem ähnlichen Niveau“, sagte Dr. Claus Burkhardt, Geschäftsführer der von den Stromversorgern EWE, Eon und Vattenfall gehaltenen Betreibergesellschaft DOTI. Entscheidend für die Nutzung der Windenergie sei es, dass der Wind offenbar auf dem Meer stetiger weht als angenommen.

Insgesamt produzierten die zwölf Windkraftanlagen 267 Gigawatt-Stunden Strom; damit können laut Burkhardt 70 000 Haushalte mit Elektrizität versorgt werden. Statistisch liefen die Windräder 4450 Stunden – etwa ein halbes Jahr lang – unter Volllast. Tatsächlich war die Auslastung deutlich unterschiedlich, der Park habe aber fast immer eine Grundauslastung erreicht und nur an zwei bis drei Tagen überhaupt keinen Strom geliefert.

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Trotz der guten Ergebnisse ist nach Einschätzung von Dr. Joachim Kutscher aus dem Forschungszentrum Jülich noch nicht abzusehen, ob die Technik in dem Windpark wie gefordert mindestens 20 Jahre hält. Das Projekt RAVE habe aber wesentliche Daten geliefert, um nun in Computerberechnungen die Entwicklung für die kommenden Jahrzehnte einigermaßen sicher zu simulieren. Burkhardt räumte allerdings ein, dass es Probleme mit der Bildung so genannter Kolke unter einigen der Windräder gegeben habe.

Dabei wurden bis zu sieben Meter tiefe Löcher in den Boden unter den Anlagen gespült, die Standsicherheit sei aber in keinem Fall gefährdet. Diese Folgen der Wasserströmungen will sich das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie nach Angaben von Christian Dahlke eingehender begutachten. Möglicherweise müssten daraus Auflagen für die Betreiber von Alpha Ventus und von anderen Windparks entwickelt werden.

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