• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Brauchtum: Alter heimischer Bauernbrauch

17.03.2012

Bis in die heutigen Tage gibt es in unserer Region einen Brauch der noch aus der heidnischen Zeit stammt. In der Nähe des Bauernhofes hängt an einem Ast einer Eiche oder Esche ein merkwürdiges Gebilde. Es sieht aus wie ein zum Trocknen aufgehängter Feudel, wie eine Zeughülle oder ein länglich – zerrissenes Sacktuch. In Wirklichkeit ist es aber die Nachgeburt eines Füllens, die der Pferdebesitzer nach alter Gewohnheit immer an dieser Stätte, in diesem Baum, über einen dünnen Ast aufgehängt hat. Man könnte annehmen, diese Haut sollte dort zum Trocknen aufgehängt werden und dann für einen Zweck dienen. Sie hängt dort tatsächlich, bis sie vertrocknet ist und herunterfällt. Dann mag sie von einem Tier des Hofes oder des Waldes verzehrt werden, oder Ameisen machen sich über sie her.

„Dat Tüch“ oder „de Hamen“

Je nach Region hatte bei den Bauern dieser merkwürdige Baumschmuck einen anderen Namen. So wird es „dat Tüch“ oder „de Hamen“ genannt. Dr. Karl Fissen, der über diesen Bauernbrauch 1951 in der Nordwest Heimat schrieb, deutete diese Namen „de Hamen“ wie Fischnetz an einer Stange vom lateinischen hamus (die Angel). In einer anderen Region bezeichnete man den Brauch: „Dat is de Wood.“

Während die Bezeichnungen „Tüch“ und „Hamen“ nur etwas Äußerliches ausdrücken, gibt das Wort „Wood“ oder auch „Wode“ die Erklärung, und einen Hinweis auf den Ursprung und Sinn dieser eigentümlichen bäuerlichen Sitte. Dr. Karl Fissen deutete von „Wode“ auf „Wodan“. Wodan, ein Gott aus heidnischer Zeit, dem das Pferd, dieses vornehmste Tier, heilig und geweiht war.

Trotz aller Abmahnungen über Aberglauben, die durch die Kirche über die Jahrhunderte gepredigt wurde, ließen sich die Bauern nicht davon abbringen, dem Gott Wodan einen Dank für die Geburt des Fohlens darzubringen. Fragte man, was diese Handlung zu bedeuten habe, so hieß es: „Dat he den Kopp alltied hoch dreggt“. Was soviel aussagt wie „Die Zukunft des jungen Tieres soll damit gesichert sein“.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Wirtschafts-Newsletter der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Deutung geht verloren

Sicherlich ging die ursprüngliche Sinndeutung eines Dankopfers im Laufe der Jahrhunderte verloren. Ob da noch der heutige Pferdezüchter bei dem Aufhängen der Nachgeburt seines Füllens an das dem Wodan geweihte Tier gedacht hat? Man kann es nicht wissen. Jedenfalls war eine Totgeburt ein großer Verlust und da kann man mal schon aus Dank etwas Ungewöhnliches tun. Die genannten Bezeichnungen „dat Tüch“ oder „de Hamen“ mögen sich über die Jahrhunderte in den Regionen zu Eigennamen entwickelt haben. Jedoch „de Wood oder „de Wode“ lassen noch weitere Verbindungen aufkommen. Heißt es doch auch, dass die Germanen die Schädel der Pferde ihrem Gott Wodan zu Ehren in den Bäumen ihrer heiligen Haine befestigten.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.