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NWZonline.de Region

Ministerium sucht nach Umweltsündern in der Region

01.03.2016

Oldenburger Land Cloppenburg und Vechta haben die Nase vorn – zumindest in der Sünderkartei des aktuellen Umweltberichts des niedersächsischen Umweltministeriums. Denn trotz aller Anstrengungen bleibt die Nitratbelastung des Grundwassers in Niedersachsen ein Problem. Besonders in den Kreisen Cloppenburg und Vechta, wo es viel Massentierhaltung gibt, wird der erlaubte Wert an mehr als der Hälfte aller Messstellen überschritten.

In Hannover denkt man nun offenbar über Konsequenzen nach, die einzelne Betriebe als mögliche Umweltsünder in den Fokus rücken. Da an einzelnen Messstellen Überschreitungen des Nitratgrenzwertes von 50 Milligramm je Liter verbunden mit einem Trend zu einem weiteren Anstieg der Nitratwerte festgestellt wurden, hat das Umweltministerium die Unteren Wasserbehörden aufgefordert, „den Ursachen der Grundwasserbelastungen nachzugehen“, heißt es aus dem Ministerium auf NWZ -Nachfrage. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer werde „geprüft, ob Kontrollen bestimmter Betriebe durchgeführt werden sollen“. Hierbei stünden sowohl die „Düngepraxis der Betriebe“ als auch der sogenannte „qualifizierte Flächennachweis“, ob also der Betrieb über ausreichend Fläche für die anfallenden Wirtschaftsdünger verfügt, auf dem Prüfstand.

Doch der Bericht, den das Ministerium nun zur Grundlage für Konsequenzen heranzieht, ist umstritten. Die Messwerte des Berichts sollen aus dem Jahr 2012 stammen und deswegen keine aktuelle Aussagekraft besitzen, behaupten Insider. Und tatsächlich. Auf Nachfrage der NWZ  räumt das Umweltministerium ein, dass die Zahlen aus dem Jahr 2012 stammen, jedoch aktuell weiter fortgeschrieben und die Messstellen weiter kontrolliert würden. Zudem würden die Werte nicht „so doll schwanken“, teilt eine Ministeriumssprecherin mit.

Silvia Breher, Geschäftsführerin des Kreislandvolks Vechta,hält dagegen: Brunnen könnten sich auch verbessern, ob die Werte aus 2012 jetzt noch genau so seien, dürfe zumindest bezweifelt werden. Auch das Verweisen auf die großen landwirtschaftlichen Betriebe im Zusammenhang mit der Wasser-Problematik sei nicht zielführend. „Das ist zwar einfach, dient aber nicht der Ursachenbehebung“, so Breher.

Überschreitungen der Werte gebe es immer wieder mal, Gründe dafür können in der Beschaffenheit des Bodens liegen, „natürlich kann Dünger auch ein Problem sein“, sagt Breher. Die Vereinfachung „Oben Gülle drauf und unten kommt schlechtes Wasser raus“, funktioniere nicht.

Die Betriebe in der Region seien zudem für die Dünger-Problematik sensibilisiert. Die schärfere Düngeverordnung bringe weitere Regelungen.

Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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