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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Aussortiert – neues Zuhause in Ohrwege

12.07.2008

Belles Hundetreff

Einen Auslauf für Hunde hat Helma Sutcliffe in Obenstrohe geschaffen. Schon immer habe sie davon geträumt, ein großes, eingezäuntes Areal für Hunde herzurichten, in denen die Tiere (auch während der Setz- und Brutzeit) toben könnten. Fündig wurde sie bei der Familie Arnold Eilers an der Plaggenkrugstraße 33 in Obenstrohe. Auf einem etwa ein Hektar großen Grundstück wird an diesem Sonnabend, 12. Juli, dieser Auslauf mit Namen „Belles Hundetreff“ eröffnet. Hundefreunde können sich hier von 11 bis 17 Uhr zum Klönschnack treffen und ihre Vierbeiner toben lassen. „Belles Hundetreff“ kann künftig regelmäßig besucht werden. Nähere Infos gibt es unter 0173/2390966 oder unter 04403/65468.

Viele Windhunde, die in Massen für die Rennindustrie gezüchtet werden, werden nach ihrer „Sportkarriere“ getötet. In Obenstrohe finden sie nun Auslauf.

Von Doris Grove-Mittwede

Ohrwege/Obenstrohe Ein Herz für Tiere hat Helma Sutcliffe aus Ohrwege schon immer gehabt: „Die Hunde, die wir in den vergangenen Jahrzehnten hatten, stammten immer aus dem Tierheim“, sagt die Ohrwegerin. „Und aus einer besonderer Tierrettungsstation kommt ja auch unser Trio.“

Fahnia, Flower und Chanel heißen die drei Hündinnen, denen Helma Sutcliffe ein Zuhause gegeben hat. Das Trio gehört zu einer besonderen Hunderasse – zu Racing Greyhounds, Windhunden, die speziell für Hunderennen gezüchtet werden und die nach ihrer „sportlichen Karriere“ ausrangiert und oft auf bestialische Weise getötet werden.

„Durch eine Freundin bin ich vor zehn Jahren auf die Tierschutzorganisation ,Pro Animale’ aufmerksam geworden“, berichtet Helma Sutcliffe. Damals habe sie auch erstmals etwas über die Greyhound-Industrie erfahren. In Irland würden Massen dieser Tiere speziell für Hunderennen gezüchtet und exportiert. Der irische Staat verdiene sehr stark an den Greyhounds, sei er doch bei den Hunderennen der stärkste Buchmacher.

„Die Umstände, unter denen diese Rennhunde aufwachsen und leben, sind hanebüchen“, so Helma Sutcliffe. Hündinnen würden zu Gebärmaschinen degradiert, Hunde ihr kurzes Leben in Boxen gehalten, die sie nur zum Training und zum Rennen verließen. Wenn ein Rennhund nicht siege und zum Loser (Verlierer) werde, würde er entsorgt. Maximal sei ein Greyhound dann drei Jahre alt – bei einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren.

„Niemand kommt auf die Idee, ausrangierte Windhunde einschläfern zu lassen. Die Tiere werden einfach an Bäumen aufgehängt, lebendig begraben oder lebendig angezündet, ertränkt oder erschlagen. Oder man gibt sie in die ,dog-pounds’ (Tötungsanstalten), wo sie innerhalb von 24 Stunden getötet werden, verkauft sie an Versuchslaboratorien oder an spanische, asiatische oder afrikanische Rennställe, wo man sie zu Tode hetzt.“

Die Tierschutzorganisation „Pro Animale“ nehme sich in Irland der ausrangierten Windhunde an, kaufe Tiere auf und vermittele sie an Hundefreunde. „Pro Animale“ habe in Irland die Tierauffangstation mit Gnadenhof namens „Avalon“ hergerichtet. Avalon sei die einzige Zufluchtstätte für Greyhounds auf der Insel. Hunde aus „Avalon“ würde „Pro Animale“ auch über ein „Tierhaus“ in der Nähe von Bad Bederkesa vermitteln. Von dort stammten auch ihre Greyhounds. „Im vergangenen September bin ich mit meiner 15-jährigen Tochter Hannah dort gewesen und wir haben zwei Hündinnen, Belle und Fahnia, mit nach Hause genommen“, so Helma Sutcliffe. Nach einer Operation sei Belle jedoch im Januar gestorben. Doch Fahnia, eine dreijährige weiß-braune Hündin, war nicht lang allein. Bald kamen die dreijährige Chanel, eine blaue Greyhound-Hündin, und die sechsjährige weißbraune „Flower“ dazu. „Flower“ lief bis vor drei Jahren noch Rennen – 300 Meter in 17.03 Sekunden. Rennen kann das Trio jetzt auch – im

Sutcliffschen Garten, der eingezäunt und zu einer Mini-Rennbahn umfunktioniert wurde. „Greyhounds sind Sprinter und keine Ausdauerhunde. Wenn sie zweimal in der Woche richtig laufen und man sonst täglich mit ihnen spazieren geht, sind sie bestens gestellt.“

Im August will Helma Sutcliffe nach Irland fahren, „Avalon“ besuchen und auch einige „ausrangierte Windhunde“ mit nach Deutschland nehmen. Ein Pflegehund, den sie weitervermitteln wolle, werde auch mit nach Ohrwege kommen.

Einen Auslauf für Hunde hat Helma

Sutcliffe in Obenstrohe

geschaffen

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