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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Bad Zwischenahn: Das erste Auto gibt es mit 70 Jahren

11.03.2012

BAD ZWISCHENAHN Die Punktlandung war das Einzige, das nicht geklappt hat: „Eigentlich wollte ich am 27. Februar Prüfung machen“, schmunzelt Dieter Eckhardt. Das war sein 70. Geburtstag. So hat der rüstige Rentner sich ein paar Tage länger gedulden müssen: Am 8. März hat er seine praktische Führerscheinprüfung abgelegt – und im ersten Anlauf bestanden. Im Alter von 70 Jahren und zehn Tagen.

Der gebürtige Sauerländer, der lange in Düsseldorf gelebt hat und seit 2006 in Bad Zwischenahn wohnt, hat sich damit einen Wunsch erfüllt. Nicht, dass ihm der Führerschein die Jahrzehnte zuvor gefehlt hätte. „Wir brauchten kein Auto und haben alles mit dem Taxi gemacht“, erzählt er. Sogar in den Urlaub ging es so. „Zwei, drei weite Taxifahrten im Jahr sind immer noch günstiger, als das ganze Jahr ein Auto zu unterhalten.“

Etwas fürs Leben

Nach dem Tod seiner Frau und vor seinem 70. Geburtstag kamen aber Überlegungen auf: „Du musst was machen, wovon du den Rest deines Lebens zehrst.“ Nachdem er das Thema Weltreise schnell verworfen hatte, erinnerte sich Eckhardt an die Worte eines Schwagers: „Warum machst du nicht noch einen Führerschein, du bist doch noch fit.“ Und damit hatte der ins Schwarze getroffen. „Ich wollte beweisen, dass man mit 70 noch nicht zum alten Eisen gehört“, so Eckhardt, der auch anderen Senioren Ansporn sein will. Bei der Fahrschule Müller hat er dann gefragt, ob man sich zutraue, einem fast Siebzigjährigen zum Führerschein zu bringen. Man hat es sich zugetraut.

Im September hat Eckhardt begonnen, die Theorie zu lernen. „Ich war 32 Jahre EDV-Entwickler, da fiel mir das Lernen nicht schwer.“ Schwierigkeiten hätten anfangs nur Dinge mit Zahlen bereitet: Zuladung, Bremsweg und so weiter. Einer erfolgreichen Theorieprüfung Ende Januar tat das aber keinen Abbruch.

„Von den 15 Leuten hätten 14 meine Enkel sein können“, berichtet er. Und dennoch war der „Opa“ der Schnellste: „Nach 10 Minuten war ich der Erste, der draußen war.“ Und er hatte im ersten Anlauf bestanden. „Einer von den anderen war das dritte Mal dabei“, berichtet Eckhardt nicht ohne ein bisschen Stolz.

Und auch die Praxis war kein großes Problem. Auch Verdienst vom „super Fahrlehrer“ Jürgen Siemens. „Der hat mich richtig getrimmt.“ Stadtfahrten, Überlandfahrten, Autobahn, alles dabei. „Man sagt ja Lebensalter plus zehn, das hat bei mir gepasst“, so der 70-Jährige über die Zahl seiner Fahrstunden.

Donnerstag dann die Prüfung: „Eine Dreiviertelstunde volles Programm“, erzählt Eckhardt. „30er Zone mit rechts vor links, Autobahn, Einparken. Nach 15 Minuten habe ich gedacht: Heute machst du keinen Fehler.“ Und das bestätigte dann auch der Prüfer: Zurück beim TÜV in Oldenburg überreichte er die begehrte Plastikkarte.

Traumauto bestellt

Ein Auto hat sich Eckhardt auch schon ausgeguckt: Ein VW Beetle Sport war bereits vorbestellt – „weiß, mit schwarzen Ledersitzen und allem Drum und Dran“. Mit der bestandenen Prüfung wurde der Auftrag für das Auto freigegeben, inklusive des in der VW-Werbung versprochenen 1000-Euro-Bonus’ für Fahranfänger – „der Händler konnte keine Altersbeschränkung finden“. In vier Monaten will der 70-Jährige darin die Runden drehen. „Die erste Fahrt geht an die Nordsee.“ Cuxhaven, wo er mit seiner Frau oft Urlaub gemacht hat, soll das Ziel sein. „Aber ich will auch ganz Niedersachsen kennenlernen.“ Warten will Eckhardt damit nicht so lange. Bis zur Auslieferung gönnt er sich einen Mietwagen; „Man muss ja in Übung bleiben.“

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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