• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

RUNDSTRECKENMEISTER: Behrens’ Rennwagen „startet“ wieder

03.02.2010

OVELGöNNE Weiß mit roten Aufklebern, aufgebockt, der Fahrersitz ausgebaut und durch einen Strohsack ersetzt: So schlummert der „Datsun Cherry“ in einer Scheune in der Wesermarsch vor sich hin. Rost hat er kaum angesetzt. „Der könnte so wieder starten, wenn wir den Motor einmal auseinander genommen, überholt und wieder zusammengesetzt haben“, erklärt der heute 59-jährige Besitzer Hermann Behrens. Er war der letzte – und schnellste – Fahrer dieses Kleinwagens, der in den 70-er und 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts für Aufsehen gesorgt hat. Zweimal ist Behrens mit ihm Deutscher Rundstreckenmeister geworden, 1979 und 1983.

Der Wagen hat eine Geschichte, die ihren Ursprung in Rastede genommen hat. Egon Bührmann aus Rastede, damals Bezirksleiter bei Datsun (heute Nissan), hatte sich schon immer für Rennsport interessiert. Und als die Japaner in den 70-er Jahren in den Rennsport einsteigen wollten, wurde Bührmann der Manager.

Rennstall gegründet

Er gründete den „Rennstall“ , ließ bei der bekannten Tuning-Firma Armbrust in Stuttgart den 1-Liter-Kleinwagen „frisieren“ und setzte den Oldenburger Rolf Kühne ans Steuer. Der war schon bald gefürchtet bei der Konkurrenz auf dem Nürburgring oder in Hockenheim – und die japanische Marke nicht gerade beliebt beim Publikum, das lieber deutsche Fahrzeuge als erste im Ziel sehen wollte, oder gerade noch den italienischen Fiat Abarth oder den britischen Mini. Doch die deutsch-japanische Kombination lehrte die Mitbewerber schon bald das Fürchten – und heimste Respekt ein.

Dass Kühne überhaupt noch – oder wieder – Rennen fahren konnte, grenzt an ein Wunder. Zuvor war er mit einem Opel Commodore in der „grünen Holle“ am Nürburgring schwer verunglückt, musste viermal an der Wirbelsäule operiert werden.

100 PS herausgeholt

1977 trennte sich das Team Bührmann/Kühne von dem Cherry; Bührmann hatte Datsun-Nissan verlassen, sich in Rastede selbstständig gemacht. Hermann Behrens, damals Bremen, kaufte den Wagen, holte aus den einst werkseitigen 45 PS stolze 100 PS heraus, die den Mini-Boliden auf etwa 210 km/h brachten.

Kühne und Bührmann verloren den Wagen indes aus den Augen – bis der Oldenburger im vergangenen Jahr auf die Suche ging, bei Clubkameraden recherchierte, in Bremen suchte und Hermann Behrens schließlich in der Wesermarsch fand.

Dorthin fuhren Kühne und Bührmann in dieser Woche, „gruben“ den Wagen aus, der unter Kartons und Planen verborgen stand, und bestaunten den Rennwagen.

Diesen Genuss wollen sie auch Rastedern nicht vorenthalten. Bührmann, auch Vorstandsmitglied im Rasteder Old- und Youngtimerclub, will den Wagen zur nächsten Oldtimerschau holen – die findet am 15. August wieder statt, zum vierten Male auf dem Kögel-Willms-Platz und auf der Oldenburger Straße.

Fahrerlager im Bus

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Und dann werden die alten Rennfahrerzeiten wieder lebendig, über die Kühne und Behrens schon jetzt eine gute Stunde lang fachsimpelten. „Es war eine schöne Zeit“, schwelgte Behrens in Erinnerungen – und blickt zurück auf dramatische und freche Zweikämpfe auf der Piste, auf die Motorpflege – nach jedem Rennen wurde die Maschine auseinander genommen und komplett überholt („Da hab’ ich auch keinen anderen ’rangelassen und da durfte auch keiner dabei sein“) und an das „Fahrerlager mit dem Team“.

Das bestand aus ihm und seiner Frau, zwei Helfern und später den Kindern. Unterwegs waren sie im umgebauten 20-Personen-Bus: vorne Schlaf- und Wohnbereich, hinten das Werkzeug und ein Ersatzmotor.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.