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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Corona-Krise: In der Reisebus-Branche brodelt es gewaltig

28.05.2020

Berlin Bundesweit unterschiedliche Regelungen in den Ländern und mangelnde finanzielle Unterstützung der Reisebus-Branche waren der Anlass für das Verkehrschaos am Mittwoch im Berliner Regierungsviertel. Verantwortlich waren rund 300 Reisebusse, die hupend und mit Slogans wie „Bundestag ohne Reisebus ist wie Parlament ohne Besucher!“ auf drei Routen zu den Politikern fuhren. Vertreten waren die deutschen Busverbände BDO, RDA und gbk.

Beim Bus-Korso bzw. der Demo mit dabei war auch Wolfgang Hilgen, Geschäftsführer des Friedrichsfehner Transport-, Reise- und Erdbauunternehmens „Emil Hilgen“, der wie seine Kollegen u.a. aus Varel (Bruns), Ocholt (Gerdes Reisen), Wiefelstede (Imken Touristik) und Eckfleth (Wiards Reisen) lautstark auf die scheinbar vergessene Reisebus-Branche aufmerksam machte. Ein Großteil der Busunternehmen stehe in Folge der Corona-Krise vor dem Aus, erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) in Berlin den anwesenden Politikern wie Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP. „Die Bustouristik liegt aufgrund des Verbots von Klassen- und Vereinsfahrten sowie von Reiseverkehren am Boden,“ so Hilgen. Er ist mit drei Fahrern in einem Betriebsbus nach Berlin gefahren, um „endlich ein Ergebnis zu fordern“. Seit Mitte März stehen die Reisebusse auch in Friedrichsfehn abgemeldet auf dem Betriebshof.

Bisherige Hilfsprogramme von Bund und Ländern griffen nicht, wie alle Beteiligten übereinstimmend erklärten. Notwendig seien staatliche Zuschüsse und eine bundesweit einheitliche Freigabe des Reisebusverkehrs. „Der derzeitige Flickenteppich von Lockerungsregelungen für die Reisebusbranche ist eine Zumutung,“ sagte Hilgen. Während einige Bundesländer die Durchfahrt eines Reisebusses dulden oder schon den Neustart erlaubt haben, stehen die Reisebusse in Niedersachsen noch bis Anfang Juni still.

Bundesweiter Aktionstag

Nicht nur in Berlin, sondern auch in Düsseldorf, Kiel, Mainz, Stuttgart und Wiesbaden sorgten Busunternehmer am bundesweiten Aktionstag (27. Mai) mit weit über 1000 Reisebussen für ein lautstarkes Hupkonzert, um ihrer Forderung nach Rettungsmaßnahmen mehr Nachdruck zu verleihen. Karl Hülsmann, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, betonte in Berlin: „Die Politik muss jetzt handeln, dies ist als Botschaft heute angekommen. Die Branche kann nicht länger auf versprochene Hilfen warten.“

Insgesamt sind laut der Studie „Wirtschaftsfaktor Bustourismus“ 240 000 Jobs in Gefahr. Die Bustouristik erwirtschaftet jährlich einen Bruttoumsatz von rund 14,3 Milliarden Euro. „Der staatlich verordnete Stillstand der Reisebusse kostet täglich 2,3 Millionen Euro“, sagte Karl Hülsmann, Präsident des BDO. „Das mittelständische Busgewerbe benötigt daher dringend passgenaue Soforthilfen und keine Kredite.“

Für Unmut sorgte zudem die Entscheidung, Fernlinienbusse ab diesem Donnerstag wieder bundesweit fahren zu lassen, während das für Reisebusse noch nicht möglich ist. Milliarden würden für die Lufthansa und Deutsche Bahn bereitgestellt, für den Reisebus, der deutlich geringere Emissionen von Treibhausgasen verursache und in der Ökobilanz besser als die Bahn abschneide, gebe es bis jetzt keine ausreichende finanzielle Unterstützung, so Hülsmann. Es brodelt gewaltig.

Aber nicht jeder Busunternehmer aus der Region befürwortet die Protestfahrt nach Berlin: „Man kann sich ja Gehör verschaffen, aber dafür muss ich nicht 300 Liter Diesel pro Bus durch die Luft jagen. Das muss auf eine andere Art und Weise gehen“, sagt Rolf Ehlers von Ehlers Reisen in Neuenburg (Kreis Friesland).

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