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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

TRENDS: Bestattungskultur geht neue Wege

24.02.2010

IM NORDWESTEN Auch die Bestattungskultur ist vor gesellschaftlichen Trends nicht gefeit. In Osnabrück und Hannover geht die katholische Kirche jetzt neue Wege: In zwei Kirchen wurden „Kolumbarien“ eingerichtet, in denen Urnen aufbewahrt werden. „Ich finde das sehr gut“, meint Pfarrer Eduard Sandhaus der Gemeinde St. Willehad in Oldenburg. „Damit werden die Toten ins Leben hinein genommen.“

Die Einrichtung von Kolumbarien ist eine Reaktion auf den Trend zur Feuerbestattung. Bis in die 70er Jahre hinein sah die katholische Kirche diese Art der Bestattung kritisch. Die Einäscherung galt als Leugnung des Glaubenssatzes von der Auferstehung der Toten. Heute sei dies nicht mehr so, betont Eduard Sandhaus. In den katholischen Gemeinden in Oldenburg sind ihm zufolge mittlerweile bis zu 25 Prozent der Beerdigungen Urnenbestattungen.

„Der Trend zur Einäscherung ist allerdings auch regionsbezogen“, so Wolfgang Liebig, Inhaber des Beerdigungsinstitutes Novis-Bestattungen in Varel. Anders als in den Städten seien auf dem Land Erdbestattungen die Regel. Ähnliche Erfahrungen hat Carl-Heinz Eilts, Inhaber des Beerdigungsinstitutes E. Taddiken in Wilhelmshaven und Jever, gemacht. Als Gründe für eine Urnenbestattung würden oft praktische Gründe genannt. Viele wollen ihren Angehörigen nicht die Pflege eines Grabes aufbürden, erzählt er. Anfragen zu außergewöhnlichen Beisetzungen – etwa einer Diamantbestattung, bei der ein Teil der Asche zu einem Diamanten verarbeitet wird, oder Weltraumbestattung – habe er aber noch keine erhalten.

Wolfgang Liebig zufolge sind Waldbestattungen stark im Kommen. Dabei wird die Asche Verstorbener direkt an den Wurzeln eines Baums beigesetzt. Dies ist zum Beispiel im Friedwald Hasbruch bei Hude möglich. Seit der Eröffnung des Waldes im Jahr 2004 wurden der Friedwald GmbH zufolge insgesamt 1681 Menschen beigesetzt. Die Menschen, die sich für eine Waldbestattung entscheiden, seien oft sehr naturverbunden, sagt Pressesprecherin Corinna Brod.

Ausschlaggebend sei ebenfalls, dass keine Grabpflege anfalle. Anfängliche Vorbehalte der Kirchen hätten sich mit der Zeit gelegt. „Wir haben klargemacht, dass wir ein Unternehmen sind und keine weltanschauliche Motivation haben“, so Corinna Brod.

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Pfarrer Eduard Sandhaus hat im vergangenen Jahr zwei Beerdigungen im Friedwald begleitet. Der alternativen Bestattungsform steht er aufgeschlossen gegenüber. Jedoch nur, solange der Name des Verstorbenen am Grabbaum verewigt würde. „Anonyme Bestattungen halte ich für menschenunwürdig. Wir brauchen Stellen des Gedächtnisses.“

Auch die evangelisch-lutherische Gemeinde in Hude hat sich an die Trends angepasst. Menschen etwa, die sich nicht einäschern lassen wollen, bietet sie pflegefreie Erdbestattungen an. Den Friedwald hält Reiner Backenköhler, Pfarrer der Gemeinde, für überschätzt. Einen Friedhof, der zentral und nicht am Ortsrand angelegt ist, wo Trubel herrscht und die Trauernden nicht allein sind, hält er für angemessener. „Tod und Trauer gehören mitten ins Leben“, betont er.

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