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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Betreuungsqualität steigt durch digitale Vernetzung

25.08.2011

FRAGE: Herr Dr. Motz, mit Hilfe einer neu entwickelten Software wurde eine digitale Vernetzung der Kinderkardiologen und Kinderkliniken im Oldenburger Land geschaffen. Wo lag bisher das Problem?

MOTZ: Untersucht man Kinder in der Kardiologie per Ultraschall, kann es vorkommen, dass der Befund nur schwer einzuschätzen ist. Zudem kommt es vor, dass man bei einem schwer kranken Kind, seine Einschätzung bestätigt haben möchte. Bilder oder Videos wurden bisher auf CD verschickt oder als E-Mail gesendet – beides technisch kompliziert. In einigen Fällen wurde sogar das Kind in andere Kliniken verlegt.

FRAGE: Wie viele Kinder waren bisher davon betroffen?

MOTZ: Bei rund 20 Kindern im Klinikum Oldenburg gibt es pro Jahr einen schwer einschätzbaren Befund, bei dem Rücksprachen mit Kollegen nötig sind.

FRAGE: Wie soll die neue Software die Abstimmung in Zukunft vereinfachen?

MOTZ: Es geht um zwei Punkte: das Aufzeichnen der Daten und das Verschicken. Die neue Software ist in der Lage, Filme und Bilder von jedem Ultraschallgerät herunterzuladen. Konkret heißt das: Während die Bilder auf dem Ultraschallgerät zu sehen sind, werden diese bereits aufgezeichnet. Zudem haben wir ein Portal entwickelt, das für Kinderkardiologen und Kinderärzte der Weser-Ems-Region über ein Passwort zugänglich ist. Hier werden die Bilder und Videos anonymisiert einsehbar sein. So ist es möglich, dass ich mich mit einem Kollegen am Telefon über den Patienten unterhalte, während beide das Video über das Internet begutachten können.

FRAGE: Wie wurde das Projekt finanziert?

MOTZ: Aus eigenen Mitteln der Inga-Köthe-Stiftung sowie aus eingeworbenen Spenden konnten 25 000 Euro bereitgestellt werden. Diese beinhalten über die Entwicklung hinaus auch die kostenlose Nutzung des Portals von Kinderkardiologen und Kinderkliniken aus der Weser-Ems-Region. Das Unternehmen ICSMED des Offis-Instituts an der Universität hat das System entwickelt.

FRAGE: Was erhoffen Sie sich durch den Einsatz der Software?

MOTZ: Ich hoffe, dass Kinder weniger verlegt werden müssen. Mit anderen Worten, dass die Betreuungsqualität der Kinder steigt. Zudem soll die Software eine Erleichterung sein, um mit Kollegen über Problemfälle effektiver diskutieren zu können.

FRAGE: Ist die Software bereits im Einsatz?

MOTZ: Bei uns im Klinikum Oldenburg ist die neue Software seit dem 3. August fest installiert. Geplant ist bereits, das Programm auch im Marienkrankenhaus in Papenburg sowie in einer Praxis zu installieren. Darüber hinaus haben bereits andere Praxen und Kliniken ihr Interesse bekundet.

Dr. Reinald Motz (53) ist Kinderkardiologe in der Kinderklinik des Klinikums Oldenburg. Er ist Initiator der Software zur digitalen Vernetzung der Kliniken in der Region Weser-Ems. Zudem hat er die Betreuung des neuen Portals übernommen.

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