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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Blinde Passagiere bringen Nordsee durcheinander

21.04.2016

Oldenburg Wissenschaftler aus Oldenburg und Frankfurt haben modelliert, wie der globale Frachtschiffverkehr zur Ausbreitung invasiver Arten führt. Sie kommen in ihrer in dieser Woche im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Science“ (PNAS) veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass zukünftig besonders in Regionen mit hohem Schiffsaufkommen und gemäßigtem Klima wie in der Nordsee mit vermehrten Invasionen, also dem „Einwandern“ fremder Pflanzen und Tiere, zu rechnen ist.

Die Eindringlinge können ganze Ökosysteme verändern und verursachen Schäden in Milliardenhöhe, so die Wissenschaftler. Die neuartige Modellierungsmethode, die unter Federführung des Oldenburger Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) entstanden ist, kann auch zur Prognose von Einwanderungen weiterer Tier- und Pflanzengruppen dienen.

Frachtschiffe transportieren Güter aller Art quer über den Globus und verbinden Länder und Städte über riesige Distanzen – ein Großteil des Welthandels läuft über den internationalen Schiffsverkehr. „Dieser intensive Handelsverkehr hat zur Folge, dass nicht nur Waren, sondern auch Pflanzen und Tiere als blinde Passagiere an Bord gelangen und über die Welt verbreitet werden“, erklärt Dr. Hanno Seebens, Hauptautor der Studie. Außerdem arbeiteten Nicole Schwartz, Peter J. Schupp und Bernd Blasius an der Studie.

An Schiffsrümpfen und im Ballastwasser großer Schiffe finde man eine Vielzahl von Arten, die den langen Transport überleben und in kurzer Zeit etwa von Singapur nach Hamburg verfrachtet würden. „Die Tiere und Pflanzen gelangen in Gebiete, die sie ohne die Hilfe des Menschen nie erreicht hätten“, so Seebens.

Gemeinsam mit Kollegen am ICBM der Uni Oldenburg und am „Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum“ in Frankfurt hat er eine neuartige Methode zur Modellierung dieser Invasionen in den Weltmeeren entwickelt.

„Es ist wichtig zu wissen, wann und wo Tierarten in unsere Ozeane einwandern, um negative Auswirkungen zu vermeiden beziehungsweise zu verringern“, sagt er. Invasive Arten verursachen allein in der EU Schaden in Milliardenhöhe pro Jahr.

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