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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Selbst Ernten In Der Region: Blaubeerpflücker haben noch letzte Möglichkeiten

08.08.2020

Bösel /Hatten /Bad Zwischenahn Sie sind klein, rund, blau und werden als „Superfood“ gefeiert: Heidelbeeren. In der Region gibt es einige Möglichkeiten, das leckere Obst selbst zu pflücken. Doch die Saison ist fast beendet. Wie lief die Ernte dieses Jahr – und wo kann man noch Früchte ergattern?

Heidelbeerplantagen

„Wir sind noch mittendrin“, sagt Rainer Schwerter. Auf seiner Heidelbeerplantage in Bösel, Bachmannsweg 4, bietet er das Selbstpflücken seit einigen Jahren an. Für die Ernte war es ein „normales“ Jahr, seinem Gefühl nach wurde das Selbstpflücken in dieser Saison aber besser angenommen. „Vielleicht weil die Leute raus wollen und Aktivität suchen.“

Das Feld bietet ausreichend Platz, den coronabedingten Abstand zueinander einzuhalten. „Die Leute halten sich an die Regeln“, zieht Rainer Schwerter eine positive Bilanz.

An diesem Samstag kann noch gepflückt werden – am besten in selbst mitgebrachten Behältnissen. Ob es danach weitergeht, kann Rainer Schwerter noch nicht abschätzen: „Wir müssen gucken, wie viele Beeren dann noch dran sind.“ Infos gibt es auf der Internetseite. Für ein Kilogramm Blaubeeren zahlt der Selbstpflücker 3,20 Euro.

Heidelbeerhof spille

Zum letzten Mal diese Saison kann an diesem Samstag auf dem Heidelbeerhof Spille am Lüningsweg 18 in Hatten geerntet werden, von 9 bis 18 Uhr für vier Euro pro Kilogramm – falls alle Beeren vorher weggepflückt sind, wird allerdings früher geschlossen.

„Wir hatten eine kurze Saison dieses Jahr“, sagt Betreiber Sören Spille und nennt zwei Gründe: Zum einen habe das Wetter nicht mitgespielt. Durch zu wenig Sonne habe es zu wenig reife Beeren gegeben, außerdem seien durch den Frost im Mai etwa 30 Prozent der Früchte verloren gegangen. Als zweiten Grund erkennt Spille die hohe Nachfrage. Auch er vermutet Corona als Ursache: „Viele Familien sind zuhause, nicht im Urlaub, und wollen einen Familienausflug machen.“

Für den großen Ansturm gab die junge Anlage allerdings nicht genug Beeren ab: Der Großteil der Pflanzen wurde erst vor drei Jahren gesetzt. „Ich habe 200 Pflanzen von meinem Opa übernommen“, erzählt Sören Spille. „Jetzt sind wir bei 1950. Wir sind um ein Hektar gewachsen.“

Pläne für die Zukunft hat er auch: Das Gelände soll nochmals um ein Hektar mit 1800 Heidelbeer-Pflanzen erweitert werden. Für Herbst ist die Pflanzung geplant. Es soll allerdings kein weiteres Feld für Selbstpflücker entstehen, sondern die Beeren werden dort in einem Verkaufsautomaten angeboten. Mit der ersten Ernte rechnet Spille in zwei oder drei Jahren.

Beendet ist die Saison auf dem Kösterhof in Bad Zwischenahn. Von Mitte Juli an konnten etwa drei Wochen lang Heidelbeeren gepflückt werden – später als sonst, sagt Georg Köster. Durch den Frost sei die Ernte verzögert worden. Allerdings habe es im vergangenen Jahr große Probleme wegen des Wetters gegeben. Und auch in diesem Jahr hätten einige Betriebe gar nicht öffnen können. „Gemessen daran hatten wir einen guten Behang, ich bin zufrieden“, zieht Köster Bilanz.

Auch bei ihm gab es mehr Zuspruch. „Es wird sowieso schon jedes Jahr mehr, aber dieses Jahr war es wahrscheinlich coronabedingt nochmal mehr“, vermutet Köster ebenso wie seine Kollegen. Und so ist „nichts übrig geblieben an Behang“.

Auf der Beerenernte liegt zwar der Fokus des Kösterhofes, im Herbst bietet er aber auch Kürbisse und Äpfel aus einem Selbstbedienungsstand an. Meist beginnt der Verkauf Anfang Oktober, dieses Jahr könnte er etwas später starten: „Ich hab‘ das Gefühl, dass die noch etwas Zeit brauchen für ihr Wachstum“, sagt Köster.

Jana Budde Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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