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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Tausende legen Arbeit nieder – Keine Flüge in Bremen

11.04.2018

Bremen /Hannover /Emden Die Menschen in Niedersachsen und Bremen haben am Dienstagmorgen die ersten Auswirkungen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst gespürt. Tausende Beschäftigte an Flughäfen, in Bussen und Zügen, in Kindergärten, bei der Müllabfuhr und anderen öffentlichen Betrieben legten am Morgen die Arbeit nieder.

An den Flughäfen in Hannover und Bremen müssen sich Reisende tagsüber auf massive Einschränkungen einstellen. Rund 40 Inlandsflüge fallen am Dienstag aus. Die ersten Flügen waren am frühen Morgen betroffen. In Bremen und Hannover sollten Flüge von und nach Frankfurt, München und Stuttgart ausfallen. Am Flughafen Bremen ging schon seit 07.30 Uhr nichts mehr: Die Flughafenfeuerwehr rief zur Arbeitsniederlegung auf, deshalb ruhte aus Sicherheitsgründen der gesamte Flugverkehr.

Lesen Sie auch: Keine Entschädigung für Flugausfälle bei Streik

In Hannover werden den Tag über voraussichtlich neun Verbindungen betroffen sein, wie Flughafen-Sprecherin Malisa Becker sagte. Weil der Streik frühzeitig angekündigt worden sei, hätten sich viele Fluggäste wohl vorher um alternative Transportmittel gekümmert, sagte die Sprecherin. Es seien am Morgen kaum gestrandete Reisende am Flughafen Hannover gewesen. Lufthansa-Fluggäste können ihr Ticket gegen eine Bahnkarte umtauschen oder ihren Flug kostenlos verschieben.

Im Süden Niedersachsen kam es am Morgen bei Zügen des Bahnunternehmens Cantus zu Verspätungen. An den Standorten Kassel, Fulda, Göttingen und Bebra waren Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gegen 5.30 Uhr in den Warnstreik getreten. Doch Cantus habe alle Kräfte im Unternehmen mobilisiert, um die Züge im Berufsverkehr auf die Schiene zu bringen, so dass zunächst keine Verbindungen ausfallen mussten, wie Sprecher Uwe Reitz mitteilte. Die Beteiligung am Warnstreik sei bei Cantus aber relativ hoch gewesen.

In Emden versammelten sich am Morgen derweil nach Angaben von Verdi rund 1000 Streikende zu einer Demonstration. Mit Bussen seien sie aus Wilhelmshaven, dem Emsland und Friesland gekommen, um an der geplanten Kundgebung teilzunehmen, sagte Heike Klattenhoff, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Weser-Ems.

Verdi und der Beamtenbund dbb, der auch Angestellte vertritt, fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. An diesem Sonntag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde, am 17. April soll es ein Ergebnis geben. „Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt“, kritisierte Bsirske. Die „Blockadehaltung“ müsse endlich aufgegeben werden.

Bis Freitag sollen zudem bundesweit reihenweise Kitas geschlossen bleiben, ebenso Servicestellen von Versorgungsunternehmen, Schwimmbäder und Recyclinghöfe. Busse und Bahnen des Nahverkehrs sollen stillstehen, Müll nicht abgeholt werden. Auch Pflegeheime und Krankenhäuser sollen bestreikt werden. Laut dbb sind an diesem Dienstag die Arbeitnehmer in ganz Sachsen und Thüringen und zu Warnstreiks aufgerufen, am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen.

Der kommunale Arbeitgeberverband VKA kritisierte Verdi scharf. „Der von den Gewerkschaften geschürte Konflikt setzt weniger die Arbeitgeberseite unter Druck als die Bevölkerung“, sagte VKA-Präsident Thomas Böhle. Ein gemeinsamer Kompromiss könne gefunden werden. Die Streiks seien Öffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaften.

Der Arbeitgeberverband BDA forderte neue gesetzliche Regeln für Streiks: „Dieser Angriff auf die Drehkreuze des Luftverkehrs in Deutschland schädigt die Volkswirtschaft massiv.“

Der dbb drohte mit weiteren Ausständen. Die jetzt anstehenden Warnstreiks sollten den Arbeitgebern vor der wohl entscheidenden Tarifrunde die Stimmung bei den Beschäftigten aufzeigen, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach bei einer Protestkundgebung vor dem Bundesfinanzministerium in Berlin. „Wenn Ihr meint, Ihr könnt uns am Dienstag mit Almosen abspeisen, dann geht das eben weiter“, sagte Silberbach mit Blick auf den Verhandlungsdienstag kommende Woche in Potsdam. „Wir sind kampfbereit auch für die Zeit danach.“

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